mutter mit kind liest im bett ein buch

Lesen ist viel mehr als ein Buch: So finden Kinder ihren eigenen Zugang zu Geschichten

Lesen, Vorlesen und Geschichten im Familienalltag

Lesen ist viel mehr als ein Buch: So finden Kinder ihren eigenen Zugang zu Geschichten

Mutter sitzt mit zwei Töchtern unterschiedlichen Alters auf dem Sofa, alle schauen gemeinsam in ein Buch
Zwei Kinder, zwei ganz unterschiedliche Wege zu Geschichten – und beide sind richtig.

Wenn ich beobachte, wie unterschiedlich meine beiden Töchter zu Geschichten gefunden haben, wird mir jedes Mal aufs Neue klar, wie wenig sich ein Kind in die Vorstellung von „dem lesenden Kind“ pressen lässt. Bei meiner älteren Tochter war es über viele Jahre vor allem die Spielzeugbeilage, die eine Kinderzeitschrift interessant gemacht hat. Vielleicht kennst du das auch. Man kauft am Kiosk ein Kinderheft für fast sechs Euro und zu Hause ist nach fünf Minuten nur noch das Spielzeug interessant. Das Heft verschwindet irgendwo zwischen den anderen Sachen im Kinderzimmer. Genau deshalb mag ich inzwischen Readly so gern, ich erkläre dir später genau, warum. Auch in der Schulzeit ließ sie sich nicht ohne Weiteres für klassische Bücher begeistern. Lesen war für sie lange keine Lieblingsbeschäftigung, eher etwas, das erledigt werden musste. Einen anderen Zugang zu Geschichten fand sie über Hörgeschichten und Hörbücher, die ihr spürbar leichter fielen und die sich nebenbei nutzen ließen.

Bei meiner jüngeren Tochter war das von Anfang an anders. Pixi-Bücher, Bilderbücher und Vorlesebücher haben sie schon früh interessiert, immer wieder wollte sie dieselben Geschichten hören. Inzwischen hat sie selbst das Lesen gelernt und liest auch eigene Erstlesebücher. Abends gehören Vorlesegeschichten und kleine Geschichten zum Einschlafen fest zu unserem Alltag.

Zwei Kinder, zwei völlig verschiedene Wege zu Geschichten. Über die Jahre hat mich genau das gelehrt, nicht mehr zu bewerten, welches Kind nun das eigentliche Lesekind ist, sondern stattdessen genauer hinzuschauen, worüber ein Kind tatsächlich zu Sprache, Geschichten und Wissen findet.

Nicht jedes Kind findet über ein klassisches Buch zu Geschichten. Manche Kinder brauchen Bilder, kurze Texte, Tiere, Rätsel, Bastelideen, Hörgeschichten oder ein Thema, das sie gerade wirklich interessiert. Das ist nicht weniger wert als ein durchgelesenes Kapitelbuch.

Kinder müssen Geschichten nicht auf dieselbe Weise entdecken

Wenn meine beiden Töchter nebeneinander sitzen, könnte man leicht auf die Idee kommen, das eine Kind sei „das lesende“ und das andere nicht. Das würde der Sache aber nicht gerecht. Meine ältere Tochter hat mit klassischen Büchern lange gefremdelt, ist aber über Hörgeschichten durchaus zu Geschichten und Sprache gekommen. Meine jüngere Tochter wiederum hat sich von Anfang an für Bilderbücher begeistert und liest inzwischen selbst gern. Beides sind völlig eigenständige Wege, und keiner davon sagt etwas darüber aus, ob ein Kind grundsätzlich gern liest oder nicht – jedenfalls nicht in einem festen, unveränderlichen Sinn.

Genau das zeigt sich auch in der Forschung zur Lesemotivation. Die IGLU-Studie, die die Lesekompetenz von Viertklässlerinnen und Viertklässlern in Deutschland im internationalen Vergleich untersucht, hat in ihrer Erhebung von 2021 unter anderem erfasst, wie gern Kinder überhaupt lesen. Der Anteil der Kinder, die angeben, gern zu lesen, ist von 76 Prozent im Jahr 2001 auf 69,9 Prozent im Jahr 2021 gesunken. Gleichzeitig gaben weiterhin 63 Prozent der Kinder an, in ihrer Freizeit täglich mindestens eine halbe Stunde außerhalb der Schule zu lesen. Beide Zahlen zusammen erzählen keine einfache Geschichte von früher besser, heute schlechter, sondern zeigen vor allem, wie unterschiedlich Kinder mit Lesen umgehen und wie sehr Lesefreude von passenden Angeboten abhängt.

Auch das Deutsche Jugendinstitut weist in seiner Forschung zur Lesesozialisation darauf hin, dass Vorleseerfahrungen im Vorschulalter und ein guter Leseunterricht in der Grundschule wichtige Bausteine sind – Bausteine, die bei jedem Kind unterschiedlich wirken. Familie wird dabei als zentraler Ort der Sozialisation verstanden, an dem Kinder nicht nur klassische Bücher, sondern zunehmend auch digitale Medien kennenlernen und einordnen lernen. Auch der Vorlesemonitor von Stiftung Lesen, ZEIT und Deutsche Bahn Stiftung bestätigt für 2024, wie unterschiedlich Familien mit Vorlesen umgehen: 67,7 Prozent der Eltern von ein- bis achtjährigen Kindern lesen regelmäßig vor, während bei rund einem Drittel der Kinder selten oder gar nicht vorgelesen wird. Besonders betroffen ist demnach die Altersspanne zwischen fünf und sieben Jahren, also genau die Phase, in der Kinder selbst lesen lernen.

Für mich als Mutter und Pädagogin heißt das vor allem: Ich darf Angebote machen, ohne aus einem Buch eine Bringschuld zu machen. Es hilft niemandem, ein Kind mit dem vermeintlich richtigen Buch zu einer Lesehaltung zu drängen, die es gerade nicht hat. Interesse an Geschichten kann sich verändern. Bei meiner älteren Tochter hat sich das erst über ein anderes Format gezeigt, über Hörbücher, nicht über das klassische Buch im Regal. Das ist kein Umweg, sondern schlicht ihr eigener Weg zu Geschichten.

Kinderzeitschriften können ein leichter Einstieg sein

Kinderzeitschriften haben für mich über die Jahre einen ganz eigenen Charme entwickelt, gerade weil sie so wenig verlangen. Kurze Texte, viele Bilder, Comics, Tierthemen, kleine Experimente, Rätsel, Bastelideen – ein Heft muss nicht von vorne bis hinten gelesen werden, damit sich das Blättern lohnt. Gerade für Kinder, die sich mit langen zusammenhängenden Texten schwertun, ist das ein niedrigschwelliger Zugang, der zudem für ganz unterschiedliche Altersstufen funktioniert. Genau das bestätigt auch die Stiftung Lesen, die mit ihrem Projekt „Zeitschriften in die Schulen“ seit Jahren Lesemotivation über Zeitschriften fördert: Kürzere Textabschnitte und eine bildorientierte Gestaltung senken die Hemmschwelle zum Lesen, gerade bei Kindern und Jugendlichen, die sonst eher lesefern sind.

Bei meiner älteren Tochter war das über viele Jahre sehr konkret zu beobachten. Ehrlich gesagt war es fast immer die Spielzeugbeilage, die ein Heft für sie interessant gemacht hat, nicht der redaktionelle Inhalt. Ein kleines Plastikspielzeug wurde ausgepackt, kurz benutzt, und das Heft selbst blieb oft ungelesen liegen. Ich will das nicht schönreden: Viele dieser Beilagen bestehen aus Plastik, sind auf wenige Minuten Spielspaß ausgelegt und landen danach entweder als weiteres kleines Ding unter vielen im Kinderzimmer oder recht schnell im Müll. Das hat mich mit der Zeit zunehmend gestört, gerade weil ich versuche, im Familienalltag nicht ständig kurzlebige Dinge anzuhäufen.

Aus diesem Grund nutze ich inzwischen selbst Readly, eine Flatrate für digitale Zeitschriften und Magazine. Für den Kinderzeitschriften-Bereich bedeutet das, dass wir verschiedene Hefte ausprobieren können, ohne jede Ausgabe einzeln am Kiosk zu kaufen, und dass wir dabei tatsächlich aktuelle Ausgaben lesen statt alter Bastelhefte, die irgendwo im Schrank liegen. Unter anderem sind dort für Kinder Bastelmagazine, Pferdemagazine, Tiermagazine aber auch Comics und Wissenshefte verfügbar. Außerdem kann man verschiedene Profile anlegen (bis zu 5), auch für verschiedene Altersstufen, so dass ein Kind vor erwachsenen Inhalten geschützt ist. Bastel- und Rätselseiten, die meine Kinder besonders interessieren, lassen sich speichern, und wir können ganz unterschiedliche Themen für unterschiedliche Altersstufen testen, ohne dass gleich ein Papierstapel oder eine weitere Plastikbeilage entsteht.

Ich nutze Readly aber nicht nur für die Kinderzeitschriften. Auch für mich selbst ist die App praktisch, weil ich dort Wohn-, Garten-, DIY- und Trendmagazine lese und mir daraus Ideen für den Blog und den Familienalltag hole. Genau darüber bin ich zum Beispiel auch auf verschiedene Herbst- und Bastelideen gestoßen, die ursprünglich in einem Magazin für Erwachsene standen und die ich mir angeschaut habe, um zu überlegen, wie sich so etwas kindgerechter und farbiger umsetzen lässt. Dazu gleich mehr im nächsten Abschnitt.

Was mir dabei wichtig ist, gerade weil ich öffentlich über Familienalltag schreibe: Readly ist natürlich Bildschirmzeit, das würde ich nie anders behaupten. Aber nicht jede Bildschirmzeit ist automatisch gleich zu bewerten. Eine Kinderzeitschrift, eine Bastelanleitung oder ein Wissensmagazin auf dem Tablet ist für mich etwas anderes als eine weitere Folge einer lauten und bunten Serie. Es bleibt ein Bildschirm, aber die Nutzung ist eine andere – meist aktiver, oft mit einem konkreten Interesse verbunden, manchmal sogar mit einem Ergebnis danach, wie einer gebastelten Figur oder einem ausprobierten Rezept. Nachhaltig im vollen Sinn ist Readly damit natürlich auch nicht, dazu bräuchte es eine ehrliche Betrachtung von Servern und Energieverbrauch. Was ich aber sagen kann: Es hilft mir dabei, weniger einzelne Hefte am Kiosk zu kaufen und weniger Plastikbeilagen ins Haus zu holen, die ohnehin nur kurz genutzt werden. Gerade wenn man noch gar nicht weiß, wofür sich das eigene Kind wirklich interessiert, finde ich diese Vielfalt spannend. Man kann Tiere ausprobieren, Experimente, Comics oder Bastelhefte und merkt oft erst dadurch, was das Kind wirklich fesselt.

Aufgeschlagene Kinderzeitschriften, buntes Bastelmaterial und ein Tablet liegen auf einem Holztisch
Zeitschriften, Bastelideen und digitale Ausgaben nebeneinander – bei uns gehört beides dazu.

Kinderzeitschriften und neue Ideen entdecken

Wenn du verschiedene Kinderzeitschriften ausprobieren möchtest, ohne jedes Heft einzeln zu kaufen, und nebenbei auch selbst Lust auf Wohn-, Garten- oder DIY-Magazine hast, kann sich ein Blick auf Readly lohnen.

Readly ansehen

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Manchmal wird gelesen, weil ein Kind etwas machen möchte

Ein Bereich, den ich lange unterschätzt habe, ist das Lesen aus einem ganz konkreten Anlass heraus. Nicht, weil ein Kind ein Buch zu Ende bringen möchte, sondern weil es etwas machen will und dafür eine Anleitung braucht. Eine Bastelanleitung, ein Rezept, die Beschreibung eines kleinen Experiments, ein kurzer Text über ein Tier, das gerade interessiert. In genau solchen Momenten wird gelesen, ohne dass es sich wie Leseübung anfühlt.

Ein Beispiel, das bei uns tatsächlich vorkam: ein Fuchs, gebastelt aus einer Klopapierrolle. Ich hatte in einem der Erwachsenenmagazine, die ich über Readly lese, eine sehr schlichte Herbstidee mit Klopapierrollen gesehen und mir überlegt, wie sich diese Anleitung kindgerechter und farbiger umsetzen ließe, einfach mit mehr Farbe, mit Wackelaugen, mit einer Form, die für Kinderhände einfacher zu handhaben ist. Aus dieser Idee ist der Fuchs entstanden, und meine jüngere Tochter hat sich die einzelnen Schritte durchlesen beziehungsweise vorlesen lassen, um zu wissen, was als Nächstes kommt.

Solche Momente zeigen mir immer wieder, dass es beim Lesen nicht zwingend darum geht, ein Buch von der ersten bis zur letzten Seite durchzuarbeiten. Manchmal ist der Text nur Mittel zum Zweck, um zu einem Ergebnis zu kommen: einer gebastelten Figur, einem gebackenen Kuchen, einer ausprobierten Frage aus einem Experimentierbuch. Ob die Anleitung dabei auf Papier steht oder auf einem Tablet, spielt aus meiner Sicht eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist, ob aus dem Text tatsächlich etwas entsteht, nämlich eine Beschäftigung, eine Frage, eine Idee, oder einfach gemeinsame Zeit am Tisch und Kinder, die Themen haben, über die sich mit anderen austauschen können.

Solche kleinen Bastelprojekte eignen sich im Übrigen besonders gut für Tage, an denen draußen wenig geht. Ideen für Regentage findest du hier. Und wer nach weiteren Ideen sucht, wie sich Lesen, Basteln und Beschäftigung im Alltag verbinden lassen, findet dazu mehr in einem weiteren Beitrag auf dem Blog. weitere Beschäftigungsideen.

Bücher dürfen aus dem Regal, der Bücherei oder vom Bildschirm kommen

Bei meiner jüngeren Tochter hat sich das Interesse an Büchern von Anfang an über klassische Formate gezeigt: Pixi-Bücher, Bilderbücher, später Vorlesebücher mit etwas längeren Geschichten. Inzwischen hat sie selbst das Lesen gelernt und liest auch eigene Erstlesebücher, mit größerer Schrift, kürzeren Sätzen und Bildern, die beim Verstehen helfen. Diesen Weg lasse ich bewusst offen für weitere Formate, ohne ihn als den richtigeren gegenüber dem Weg ihrer Schwester zu werten. Zu meiner großen Freude hat sie sogar schon ihr erstes eigenes Buch geschrieben. Offenbar hat sie die Liebe zum Schreiben von ihrer Mutter geerbt.

Ein fester Bestandteil unseres Alltags ist dabei die Bücherei. Wir gehen gern gemeinsam hin, meine Kinder dürfen Bücher selbst aussuchen, auch wenn ich manchmal eine Empfehlung dazugebe. Einen eigenen Büchereiausweis halte ich schon im jüngeren Alter für sinnvoll. Zum einen, weil Ausweise für Kinder in der Regel kostenlos sind, zum anderen, weil ein eigener Ausweis Kindern das Gefühl gibt, dort selbst etwas auszusuchen und mitzunehmen, statt nur die Bücher der Erwachsenen zu benutzen. Bibliotheken bieten außerdem den Vorteil, dass nicht jedes Buch gekauft werden muss, bevor überhaupt klar ist, ob es gefällt. Kinder können dort ausprobieren, welche Themen und welche Bücher zu ihnen passen, und zurückbringen, was nicht funktioniert hat. Der Deutsche Bibliotheksverband unterstützt mit dem bundesweiten Programm „Lesestart 1-2-3″ mehrere Tausend Büchereien dabei, gerade jüngeren Kindern und ihren Familien einen frühen, niedrigschwelligen Zugang zu Büchern zu ermöglichen: ein Hinweis darauf, wie viel Gewicht der frühen Bibliotheksnutzung beigemessen wird. Wer als Kind regelmäßig in der Bücherei war, bleibt einer Auswertung dieser Arbeit zufolge auch später eher jemand, der Bibliotheken nutzt. Eine Liste unserer liebsten Bücher findest du hier im Blog.

Ein Kind steht vor einem Bücherregal in einer Bibliothek und schaut sich Kinderbücher an
In der Bücherei darf ausprobiert werden, was zum eigenen Interesse passt.

Neben Regal und Bücherei gehören bei uns auch digitale Bücher dazu. Kindle Unlimited und einzelne E-Books nutze ich vor allem dann, wenn spontan eine neue Geschichte gebraucht wird – unterwegs, an einem verregneten Sonntagnachmittag, oder wenn das aktuelle Lieblingsbuch schon so oft vorgelesen wurde, dass ich es fast auswendig kann. Die Möglichkeit, in solchen Momenten sofort eine neue Geschichte zur Hand zu haben, ohne erst in einen Laden fahren zu müssen, empfinde ich als echte Erleichterung im Alltag.

Bücher, die bei uns einen besonderen Platz haben

Manche Bücher begleiten Kinder nur für eine kurze Zeit, andere werden immer wieder aus dem Regal geholt. Hier findest du ein paar Geschichten, die wir gern gelesen haben oder die bei uns auf ganz unterschiedliche Weise gut angekommen sind.

Der Grüffelo

Eine fantasievolle und zugleich wunderbar überschaubare Geschichte, die sich sehr gut zum gemeinsamen Vorlesen eignet und bei Kindern schnell hängen bleibt.

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Grimm und Möhrchen

Eine richtig süße Geschichte mit viel Wärme und Humor. Besonders schön für Kinder, die liebevolle Figuren und kleine Abenteuer mögen.

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Der kleine Prinz

Ein Buch, das Kinder und Erwachsene auf unterschiedliche Weise lesen können. Meine jüngere Tochter findet die Geschichte mit sieben Jahren schon richtig spannend.

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Die Schule der magischen Tiere

Gut geeignet für Kinder, die etwas längere Geschichten mögen und gern in eine ganze Reihe mit wiederkehrenden Figuren eintauchen.

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Mein eigenes Kinderbuch: Das Gute-Nacht-Würmchen

Eine liebevolle Geschichte für das Abendritual und für Kinder, die sich vor dem Einschlafen gern noch in eine kleine Geschichte fallen lassen. Das Buch gibt es als Hardcover und als E-Book.

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Was mir dabei allerdings zunehmend auffällt, und das möchte ich ehrlich ansprechen: Im Kinderbuchbereich bei Kindle und Amazon tauchen inzwischen auch recht viele schwache oder offensichtlich automatisiert erstellte Bücher auf. Handlung, Sprache und Illustrationen wirken bei manchen Titeln beliebig austauschbar, ohne erkennbare redaktionelle oder verlegerische Sorgfalt. Das heißt nicht, dass digitale Kinderbücher grundsätzlich schlecht sind, denn viele etablierte Verlage sowie Autorinnen und Autoren veröffentlichen ihre Bücher inzwischen ebenfalls digital, und die Auswahl ist insgesamt riesig. Es lohnt sich aber, vor dem Kauf kurz hinzuschauen: wer das Buch geschrieben hat, ob ein bekannter Verlag dahintersteht, ob eine Leseprobe zur Verfügung steht, wie die Bewertungen ausfallen, ob Sprache und Illustrationen zusammenpassen, ob die Handlung nachvollziehbar ist und ob eine passende Altersangabe genannt wird. Diese kurze Prüfung, oder auch ein sog. Blick ins Buch, dauert meist nur eine Minute, bewahrt aber vor einer Enttäuschung, die sonst leicht auf das digitale Lesen insgesamt abfärbt, obwohl eigentlich nur ein einzelnes Buch schwach war.

Spontan eine neue Geschichte lesen

Kindle Unlimited und einzelne E-Books sind eine flexible Möglichkeit für Momente, in denen schnell eine neue Geschichte gebraucht wird – unterwegs, im Wartezimmer oder an einem verregneten Nachmittag.

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Manche Geschichten erreichen Kinder über die Ohren

Bei meiner älteren Tochter war es, wie eingangs beschrieben, vor allem dieser Zugang, der ihr am ehesten zu Geschichten verholfen hat: Hörgeschichten und Hörbücher. Während klassische Bücher für sie lange eher Pflichtprogramm waren, konnte sie sich Geschichten über das Zuhören deutlich leichter erschließen. Das passt zu dem, was zur Wirkung von Hörmedien beschrieben wird: Hörbücher und Hörspiele unterstützen die Sprachentwicklung, erweitern den Wortschatz und vermitteln nebenbei ein Gefühl für Grammatik und Satzbau, weil Kinder komplexere Sätze hören, als sie sie selbst vielleicht schon lesen könnten. Außerdem gibt es verschiedene Lerntypen unter uns Menschen, und eben auch den auditiven Lerntypen. Dazu werde ich noch einen gesonderten Artikel schreiben, da dies ein sehr interessanter Themenbereich ist und ein guter Ansatzpunkt für Schulkinder.

Bei uns laufen Hörgeschichten und Hörspiele in ganz unterschiedlichen Situationen. Beim Spielen, beim Malen, beim Bauen mit Lego, auf längeren Autofahrten oder abends beim Einschlafen. Die Toniebox mit einzelnen Tonies gehört seit einigen Jahren für unsere jüngere Tochter fest dazu, weil Kinder darüber selbstständig auswählen können, welche Geschichte gerade laufen soll, ohne dass ständig ein Bildschirm dabei sein muss. Für längere Hörbücher, ausführlichere Geschichten und längere Autofahrten nutzen wir außerdem Audible.

Wichtig ist mir dabei, Hörbücher nicht als Ersatz fürs Vorlesen zu verstehen, sondern als zusätzliches Format, das neben dem gemeinsamen Vorlesen einen eigenen Platz hat. Der persönliche Moment, in dem ein Erwachsener einem Kind vorliest, lässt sich durch keine Aufnahme vollständig ersetzen, aber es muss auch nicht jeden Abend genau dieser Moment sein, damit ein Kind mit Geschichten in Kontakt bleibt. Beides kann nebeneinander bestehen, je nachdem, was der Tag hergibt.

Audible ist bei uns übrigens nicht nur für die Kinder ein Thema. Auch ich selbst nutze es, gerade auf dem Arbeitsweg oder bei Tätigkeiten, bei denen ein Buch in der Hand schlicht nicht praktisch wäre, etwa beim Kochen oder bei der Hausarbeit. Diese Perspektive der Eltern wird aus meiner Sicht oft unterschätzt: Wer selbst erlebt, wie viel ein Hörbuch auf dem Weg zur Arbeit ausmachen kann, versteht meist auch besser, warum eine Geschichte über die Ohren für ein Kind attraktiv sein kann, das mit einem gedruckten Buch gerade nichts anfangen kann.

Geschichten hören, wenn Lesen gerade nicht passt

Ob beim Spielen, auf einer längeren Autofahrt oder abends zum Einschlafen: Über Audible findest du Hörbücher und Hörspiele für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Als Audible-Neukundin oder Neukunde kannst du das Angebot zunächst kostenlos ausprobieren. Welcher Probezeitraum für dich gilt, hängt davon ab, ob du bereits Amazon-Prime-Mitglied bist.

Noch kein Prime-Mitglied?

Audible-Neukundinnen und Neukunden können das Hörbuch-Angebot 30 Tage kostenlos testen und sich ein Hörbuch nach Wahl aussuchen. Wird das Probeabo nicht gekündigt, geht es anschließend automatisch in das reguläre kostenpflichtige Abo über.

Audible 30 Tage kostenlos testen

Du hast bereits Amazon Prime?

Prime-Mitglieder, die Audible bisher noch nicht genutzt haben, können Audible 60 Tage kostenlos testen und erhalten im Probezeitraum zwei Hörbücher. Auch dieses Probeabo geht danach automatisch in das reguläre kostenpflichtige Abo über, wenn es nicht vorher gekündigt wird.

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Zwei Hörbuch-Ideen zum Ausprobieren

Harry Potter und der Stein der Weisen

Der erste Teil der bekannten Reihe, gesprochen von Rufus Beck. Eine schöne Wahl für ältere Kinder, Jugendliche und Familien, die gemeinsam in eine längere Geschichte eintauchen möchten.

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Die Känguru-Chroniken

Eine humorvolle Empfehlung für Erwachsene und ältere Jugendliche. Gut geeignet für den Arbeitsweg, die Hausarbeit oder eine längere Fahrt, wenn man selbst gerade kein Buch in die Hand nehmen kann.

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Mein persönliches Fazit

Wenn ich heute auf die vergangenen Jahre zurückschaue, fällt mir vor allem eines auf: Ich bewerte längst nicht mehr, welches meiner Kinder nun das Lesekind ist und welches nicht. Meine ältere Tochter hat mit 17 einen Zugang zu Geschichten gefunden, der über Hörbücher lief, nicht über das klassische Buch im Regal, das ihr in der Schulzeit selten gelegen hat. Meine jüngere Tochter mit 7 ist über Pixi-Bücher und Bilderbücher zum eigenen Lesen gekommen und liest inzwischen ihre ersten Erstlesebücher mit sichtbarer Freude. Beide Wege waren richtig für das jeweilige Kind, auch wenn sie kaum unterschiedlicher hätten sein können.

Statt mich auf ein einzelnes Format festzulegen, biete ich inzwischen bewusst mehrere Wege an: Bücher aus dem eigenen Regal, Zeitschriften zum Blättern, die Bücherei als Ort zum Ausprobieren, Hörgeschichten für unterwegs und zum Einschlafen, digitale Bücher für spontane Momente und Bastelideen, aus denen sich nebenbei ein Text zum Lesen ergibt. Keines dieser Formate muss das andere ersetzen, und keines davon ist von vornherein wertvoller als die anderen. Was zählt, ist, ob ein Kind darüber tatsächlich zu einer Geschichte, einer Frage oder einem Thema findet, das es gerade beschäftigt.

Mir ist inzwischen wichtiger, verschiedene Türen offenzuhalten, als eine bestimmte Tür für die einzig richtige zu halten. Wenn du selbst zwei Kinder hast, die völlig unterschiedlich mit Büchern umgehen, oder ein Kind, das sich bislang eher wenig für Lesen begeistert, hoffe ich, dass dich dieser Text ein Stück entspannter zurücklässt, als du ihn begonnen hast.

Was Geschichten Kindern mitgeben können

Lesen gehört zu den Fähigkeiten, die Kinder später in fast allen Lebensbereichen brauchen. Sie müssen Informationen verstehen, sich mit anderen austauschen, Anleitungen lesen, Zusammenhänge erkennen und ihre eigenen Gedanken in Worte fassen können. Geschichten können dabei ganz nebenbei den Wortschatz erweitern und Kindern Formulierungen, Sichtweisen und Themen begegnen lassen, die im normalen Alltag vielleicht gar nicht zur Sprache gekommen wären.

Gleichzeitig darf Lesen aber auch einfach Freude machen. Ein Buch kann einen ganzen Nachmittag füllen, Fragen auslösen oder ein Kind für eine Weile in eine andere Welt mitnehmen. Manchmal entsteht daraus ein Gespräch, manchmal eine Bastelidee und manchmal möchte ein Kind einfach nur wissen, wie die Geschichte weitergeht. Genau deshalb finde ich es so schön, Kindern verschiedene Zugänge anzubieten, ohne daraus ständig eine Übung oder eine Pflicht zu machen.

Einige der Links in diesem Artikel sind Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst oder ein Angebot nutzt, erhalte ich möglicherweise eine kleine Provision. Für dich wird es dadurch nicht teurer. Ich empfehle nur Angebote, die thematisch passen und die ich selbst sinnvoll finde.

Kind sitzt gemütlich mit einem Bilderbuch und Kopfhörern auf einem Teppich, Pinterest-Hochformat
Buch, Zeitschrift oder Hörgeschichte – Hauptsache, die Geschichte passt zum Kind.

Häufige Fragen

Muss mein Kind jeden Tag ein Buch lesen?

Nein. Wichtiger als tägliches Lesen im engeren Sinn ist ein regelmäßiger Kontakt mit Geschichten und Sprache – ob über ein Buch, eine Zeitschrift, eine Bastelanleitung oder eine Hörgeschichte. Ein fester, aber entspannter Rahmen hilft mehr als der Anspruch, jeden Tag ein Buch zu Ende zu lesen.

Sind digitale Kinderzeitschriften genauso sinnvoll wie gedruckte Hefte?

Beide Formen haben ihre Berechtigung. Gedruckte Hefte lassen sich anfassen und mit Beilagen kombinieren, digitale Ausgaben ermöglichen es, mehr Themen und Titel auszuprobieren, ohne dass Papier und Plastik in derselben Menge anfallen. Entscheidend ist weniger das Format als die Frage, ob der Inhalt zum Kind passt.

Ist Readly für Kinder geeignet?

Readly bietet Zugriff auf verschiedene Kinderzeitschriften und kann eine gute Ergänzung zu gedruckten Heften sein, gerade um unterschiedliche Titel und Themen auszuprobieren. Es bleibt dabei Bildschirmzeit, allerdings eine eher aktive Nutzung mit Zeitschriften, Bastelideen oder Wissensmagazinen statt weiterer Serienfolgen.

Können Hörbücher das Vorlesen ersetzen?

Hörbücher und Hörspiele sind eine sinnvolle Ergänzung, aber kein vollständiger Ersatz für das gemeinsame Vorlesen. Der persönliche Moment zwischen Vorlesendem und Kind lässt sich über eine Aufnahme nicht eins zu eins herstellen. Beides kann jedoch nebeneinander seinen Platz im Alltag haben.

Wie finde ich gute digitale Kinderbücher?

Es lohnt sich, vor dem Kauf kurz auf Autorin oder Autor, Verlag, Leseprobe, Bewertungen, sprachliche Qualität, Illustrationen, eine nachvollziehbare Handlung und die Altersangabe zu schauen. Gerade im digitalen Kinderbuchbereich gibt es inzwischen auch viele schwache oder erkennbar automatisiert erstellte Titel, weshalb sich dieser kurze Blick vor dem Kauf auszahlt.

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Sabine
Sabine ist Mutter, Pädagogin, Bloggerin und Autorin. Auf allergutendinge.net schreibt sie über Familienalltag, Bücher, kreative Ideen, Erziehung, Garten und die kleinen Dinge, die das Leben schöner machen.

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