Wenn es draußen wieder früher dunkel wird, die ersten Kastanien auf dem Weg liegen und wir beim Spaziergang automatisch anfangen, schöne Blätter einzusammeln, beginnt für mich auch wieder die Bastelzeit. Ich bin selbst Mama und habe mehrere Jahre als Pädagogin im Kindergarten gearbeitet. Entsprechend viele Herbstbäume, Blättertiere, Kastanienmännchen und Laternen habe ich in meinem Leben schon geklebt, geschnitten und bemalt.
Trotzdem probieren wir auch zu Hause immer wieder gerne neue Sachen aus. Dabei mag ich besonders Bastelideen, für die man nicht erst einen halben Bastelladen leer kaufen muss. Ein paar Blätter vom Spaziergang, Tonpapier, Farbe, Schere und Kleber reichen oft schon völlig aus.
Hier findest du deshalb 9 einfache Herbst-Bastelideen für Kinder, die sich je nach Alter ein bisschen vereinfachen oder erweitern lassen. Einige können schon Kindergartenkinder gut mitmachen, bei anderen dürfen größere Kinder etwas mehr selbst gestalten.
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1. Herbstlaterne mit gepressten Blättern und Blumen
Eine selbst gebastelte Herbstlaterne gehört für mich zu diesen Sachen, die im fertigen Zustand viel aufwendiger aussehen, als sie eigentlich sind. Besonders schön wird sie, wenn ihr vorher gemeinsam draußen Blätter, kleine Gräser oder die letzten Blüten sammelt und presst.
Die Kinder können dabei selbst entscheiden, welche Pflanzen sie verwenden möchten und wie dicht die Laterne beklebt werden soll. Gerade wenn später ein warmes Licht hindurchscheint, müssen die Blätter überhaupt nicht perfekt angeordnet sein.
Das braucht ihr:
- Transparentpapier
- gesammelte Blätter, Gräser oder kleine Blumen
- eine Blumenpresse oder ein dickes Buch zum Pressen
- Bastelkleber
- Schere
- ein sauberes Glas
- LED-Teelicht
So geht’s: Presst eure gesammelten Blätter und Blumen zunächst vollständig trocken. Schneidet anschließend das Transparentpapier so zu, dass es einmal um das Glas passt. Die gepressten Pflanzen werden vorsichtig auf dem Papier verteilt und festgeklebt.
Wenn alles getrocknet ist, legt oder klebt ihr das Papier um das Glas. Zum Schluss kommt ein LED-Teelicht hinein. Gerade mit Kindern würde ich hier bewusst auf eine echte Kerze verzichten. Mit einem LED-Licht kann die Laterne auch auf dem Kinderzimmerfenster oder dem Nachttisch stehen, ohne dass ständig jemand daneben sitzen muss.
Tipp: Wenn ihr keine Blumenpresse habt, legt die Pflanzen zwischen zwei Blätter Küchenpapier in ein schweres Buch und beschwert es zusätzlich. Plant dafür aber etwas Zeit ein, damit wirklich alles trocken ist.
2. Herbst-Mobile aus Papierblättern und Naturmaterialien
Diese Idee mag ich besonders, weil sie ein bisschen moderner aussieht und trotzdem ganz einfach ist. Aus kleinen ausgestanzten Blättern in verschiedenen Herbstfarben entsteht ein Mobile, das ihr ans Fenster, über einen Schreibtisch oder in eine kleine Leseecke hängen könnt.
Und dabei müsst ihr natürlich nicht nur Papier verwenden. Wenn ihr ohnehin draußen unterwegs seid, schaut einfach einmal, was ihr findet. Kleine Tannenzapfen, Eicheln, gepresste Blätter, hübsche Zweige oder andere leichte Fundstücke können wunderbar zwischen den Papierblättern hängen. So bekommt jedes Mobile einen ganz eigenen Look und die Kinder können schon beim Spaziergang überlegen, was sie später verbasteln möchten.
Für die Aufhängung könnt ihr entweder einen schönen geraden Ast mitnehmen oder einen Bastelring verwenden. Mit einem Ring wirkt das Mobile etwas gleichmäßiger und ordentlicher, mit einem Ast natürlicher. Beides funktioniert.
Das braucht ihr:
- Tonkarton oder Bastelkarton in Herbstfarben
- Blatt-Motivstanzer
- optional Herz-Motivstanzer
- einen ca. 15–25 cm langen Ast oder einen Bastelring
- kleine Tannenzapfen, Eicheln, gepresste Blätter oder andere leichte Naturmaterialien
- dünne Schnur oder Garn
- Bastelkleber
- Schere
Stanzt zunächst viele kleine Blätter aus Tonkarton aus. Besonders schön finde ich eine Mischung aus Senfgelb, Rostrot, Orange, Braun und Beige. Dazwischen könnt ihr einzelne Herzen setzen, wenn ihr möchtet.
Schneidet mehrere Schnüre in unterschiedlichen Längen ab. Jeweils zwei ausgestanzte Blätter werden mit der Schnur dazwischen Rücken an Rücken zusammengeklebt. Dadurch sieht das Mobile auch dann schön aus, wenn es sich bewegt.
An einzelne Schnüre könnt ihr zusätzlich kleine Zapfen, Eicheln oder andere Fundstücke binden. Achtet nur darauf, dass die Sachen nicht zu schwer sind. Kleine Kinder dürfen die Farben und Naturmaterialien aussuchen und beim Kleben helfen, während ein Erwachsener das Zuschneiden und Verknoten übernimmt.
3. Kürbisse mit Äpfeln stempeln
Stempeln funktioniert mit Kindern eigentlich immer gut. Und für den Herbst braucht ihr dafür nicht einmal spezielle Stempel. Ein halbierter Apfel hat bereits fast die perfekte Form für einen kleinen Kürbis.
Das ist auch eine schöne Idee für jüngere Kinder, weil es überhaupt nicht darauf ankommt, besonders genau zu arbeiten. Jeder Abdruck wird ein bisschen anders und genau das macht das Bild später lebendig.
Das braucht ihr:
- einen Apfel
- waschbare Finger- oder Kinderfarben
- weißes oder cremefarbenes Papier
- grünen und braunen Stift
- optional Wackelaugen für lustige Kürbisgesichter
Schneidet den Apfel in der Mitte durch und tupft die Schnittfläche leicht trocken. Dann kommt orange Farbe darauf und schon kann gestempelt werden. Nach dem Trocknen malen die Kinder Stiele und Blätter dazu.
Wer möchte, macht daraus kleine Kürbisgesichter. Ihr könnt die Kürbisse aber genauso gut schlicht lassen und ein ganzes Kürbisfeld daraus gestalten.
4. Herbstbaum mit Fingerfarben
Ein Herbstbaum ist ein Klassiker, aber gerade mit Fingerfarben macht er Kindern immer wieder Spaß. Außerdem sieht das Ergebnis bei jedem Kind anders aus.
Den Stamm könnt ihr vorher gemeinsam aufmalen oder bei kleineren Kindern schon vorbereiten. Danach dürfen die Kinder mit den Fingerspitzen Blätter auftupfen. Ich würde dafür nicht nur Rot, Orange und Gelb nehmen, sondern auch etwas Braun oder Grün dazwischen setzen. Dann wirkt der Baum gleich viel lebendiger.
Das braucht ihr:
- Fingerfarben
- festes weißes Papier oder Bastelkarton
- braunen Stift oder braune Farbe
- Bastelunterlage
- optional Wattestäbchen zum Tupfen
Malt zuerst Stamm und Äste. Danach werden die Fingerkuppen in die verschiedenen Farben getaucht und kleine Blätter rund um die Äste gesetzt. Ein paar Blätter dürfen natürlich auch schon unter dem Baum liegen.
Mit Wattestäbchen entstehen kleinere Punkte. Das ist eine gute Alternative für Kinder, die Farbe an den Fingern nicht mögen oder sehr feine Blätter tupfen möchten.
5. Lustige Blättertiere mit Wackelaugen
Für Blättertiere braucht ihr eigentlich nur einen Spaziergang. Sammelt möglichst unterschiedliche Formen und Größen. Ein rundes Blatt kann plötzlich ein Igel werden, ein schmales Blatt ein Fisch und aus mehreren kleinen Blättern entsteht vielleicht eine Eule.
Ich würde den Kindern hier gar nicht zu viel vorgeben. Gerade bei solchen Bastelideen kommen oft die schönsten Sachen heraus, wenn sie selbst entscheiden dürfen, was sie in einem Blatt erkennen.
Das braucht ihr:
- verschiedene Herbstblätter
- festes Papier oder Tonkarton
- selbstklebende Wackelaugen
- Bastelkleber
- Filzstifte
Legt eure Blätter erst einmal lose auf das Papier und probiert verschiedene Figuren aus. Erst wenn euch eine Anordnung gefällt, wird geklebt. Danach kommen Wackelaugen, Beine, Schnabel, Stacheln oder andere Details dazu.
Selbstklebende Wackelaugen finde ich bei Kinderbasteleien übrigens deutlich angenehmer als winzige Augen mit Kleber zu befestigen. Besonders bei kleineren Kindern landet der Kleber sonst schnell überall, nur nicht dort, wo das Auge hin soll.
6. Herbstgirlande aus Handabdruck-Blättern
Für diese Girlande werden die Blätter nicht gesammelt, sondern aus den eigenen Handabdrücken gemacht. Das ist besonders schön, wenn ihr später noch sehen möchtet, wie klein die Hände einmal waren.
Ihr könnt entweder mehrere Handabdrücke mit Farbe auf Papier machen und sie nach dem Trocknen ausschneiden oder die Hand direkt auf farbigem Tonkarton nachzeichnen.
Das braucht ihr:
- Tonkarton in Herbstfarben oder Fingerfarben
- Bleistift
- Schere
- Schnur
- Locher
Zeichnet mehrere Handumrisse auf unterschiedlich farbiges Papier und schneidet sie aus. Oben kommt jeweils ein kleines Loch hinein. Danach werden die Handabdrücke wie Blätter auf eine Schnur gefädelt.
Die fertige Girlande kann ans Fenster, über eine Tür oder ins Kinderzimmer. Wenn Geschwister mitmachen, könnt ihr auch unterschiedlich große Hände miteinander mischen.
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7. Ein kleines Kürbisfeld aus Fingerabdrücken
Wenn ihr nach einer Bastelidee sucht, die wirklich schnell geht, ist das Kürbisfeld perfekt. Es eignet sich auch gut für eine selbst gemachte Herbstkarte oder ein Bild für Oma und Opa.
Mit dem Finger werden kleine orange Punkte auf Papier gestempelt. Nach dem Trocknen bekommen die Kürbisse mit einem Stift kleine Stiele und Ranken.
Das braucht ihr:
- orange Fingerfarbe
- weißes oder cremefarbenes Papier
- grünen Filzstift
- optional schwarzer Fineliner für kleine Gesichter
Stempelt mit dem Finger kleine orange Kürbisse über das Papier. Einige können einzeln stehen, andere dicht nebeneinander. Danach ergänzt ihr Stiele und geschwungene Ranken.
Wer Halloween mag, malt ein paar Gesichter hinein. Ohne Gesichter bleibt daraus einfach ein schönes herbstliches Kürbisbild.
8. Herbstliches Fensterbild mit Transparentpapier
Fensterbilder mag ich im Herbst besonders gerne, weil das Licht durch die Farben noch einmal ganz anders wirkt. Dabei muss es überhaupt kein kompliziertes Motiv sein.
Ihr könnt zum Beispiel aus schwarzem oder braunem Tonkarton einen großen Blätterrahmen, einen Pilz, einen Igel oder einen Baum ausschneiden und die freien Flächen von hinten mit Transparentpapier bekleben.
Das braucht ihr:
- Transparentpapier in verschiedenen Farben
- Tonkarton
- Schere
- Bastelkleber
- Bleistift
Zeichnet zunächst euer Motiv auf den Tonkarton und schneidet die Flächen aus, durch die später das Licht scheinen soll. Dahinter klebt ihr Stücke aus Transparentpapier.
Gerade jüngere Kinder können das Transparentpapier auch einfach in kleine Stücke reißen und daraus ein buntes Mosaik legen. Das nimmt den Druck heraus, alles exakt ausschneiden zu müssen.
9. Kastanien- und Eichelfiguren
Kastanien gehören einfach zum Herbst. Und ich glaube, kaum jemand mit Kindern kommt im September oder Oktober von einem Spaziergang zurück, ohne mindestens drei davon in irgendeiner Jackentasche zu finden.
Statt nur klassische Kastanienmännchen zu bauen, könnt ihr daraus auch kleine Waldtiere machen. Eicheln werden zu Köpfen, Kastanien zu Körpern und kleine Blätter vielleicht zu Flügeln oder Ohren.
Das braucht ihr:
- Kastanien und Eicheln
- Zahnstocher oder kleine Holzstäbchen
- Wackelaugen
- Bastelkleber
- kleine Blätter, Zweige oder Hüte von Eicheln
Überlegt zuerst gemeinsam, welches Tier entstehen soll. Für einen Igel kann eine Kastanie beispielsweise der Körper sein, für eine Eule lassen sich kleine Eichelhütchen als Augen verwenden.
Wenn Löcher in Kastanien gestochen werden müssen, sollte bei kleineren Kindern unbedingt ein Erwachsener helfen. Das eigentliche Zusammenstecken, Aussuchen und Verzieren können die Kinder dann wieder übernehmen.
Was ich beim Basteln mit Kindern wichtig finde
Gerade wenn man schöne Bastelideen im Internet sieht, entsteht schnell der Eindruck, am Ende müsse alles genauso aussehen wie auf dem Foto. Das finde ich beim Basteln mit Kindern überhaupt nicht wichtig.
Natürlich darf man eine Idee zeigen und ein bisschen helfen. Aber ein schiefer Kürbis, drei unterschiedlich große Augen oder ein Herbstbaum, der plötzlich lila Blätter bekommt, gehören eben dazu. Gerade jüngere Kinder sollen schneiden, kleben, ausprobieren und selbst entscheiden dürfen.
Und manchmal ist das gemeinsame Sammeln vorher sogar genauso schön wie das Basteln selbst. Blätter suchen, Kastanien einsammeln, kleine Äste und Zapfen entdecken und überlegen, was daraus werden könnte, gehört für mich zum Herbst einfach dazu.
Praktische Basics für eure Bastelkiste
Viele Sachen habt ihr wahrscheinlich sowieso schon zu Hause. Wenn ihr aber regelmäßig mit Kindern bastelt, lohnt sich eine kleine Grundausstattung. Dann muss man nicht für jede neue Idee wieder alles zusammensuchen.
Eine gute Kinderschere: Wir haben hier bewusst eine Bastelschere für Links- und Rechtshänder ausgesucht. Meine Tochter ist Linkshänderin, deshalb weiß ich aus eigener Erfahrung, dass es einen Unterschied macht, ob ein Kind mit einer Schere wirklich gut zurechtkommt.
Bastelkleber: Ein lösungsmittelfreier Bastelkleber gehört bei uns ebenfalls zu den Sachen, die ständig gebraucht werden. Für Papier, Wackelaugen, kleine Naturmaterialien und viele andere Projekte ist er einfach praktisch.
Eine vernünftige Bastelunterlage: Diese Silikon-Bastelunterlage mit erhöhtem Rand finde ich besonders praktisch. Der Rand sorgt dafür, dass nicht nur Farbe und Kleber auf der Unterlage bleiben, sondern auch kleine Sachen wie Wackelaugen, Perlen oder Pailletten nicht sofort vom Tisch rollen. Dadurch könnt ihr sie später auch für ganz andere Bastelprojekte verwenden.
Pinsel, Malbecher, Malschürze & Co.: Wenn euch davon noch etwas fehlt, könnt ihr euch hier bei Brunnen durch die Mal- und Zeichenmaterialien schauen. Dort findet ihr verschiedene Pinsel, Malbecher, Malschürzen und weitere Sachen und könnt euch genau das aussuchen, was euch in eurer Bastelkiste noch fehlt.
Herbst basteln muss nicht kompliziert sein
Für einen schönen Bastelnachmittag braucht es keine zehn verschiedenen Bastelsets. Oft reichen ein paar gute Grundmaterialien und das, was ihr draußen sowieso findet.
Vielleicht sammelt ihr beim nächsten Spaziergang einfach einmal Blätter, Kastanien, Eicheln, kleine Zapfen und einen schönen Ast ein und schaut erst zu Hause, was daraus entstehen könnte. Genau solche Nachmittage bleiben Kindern oft viel länger in Erinnerung als das perfekte Ergebnis.
Und wenn nach dem Herbst schon die ersten Weihnachtsideen im Kopf herumschwirren: Hier wird es natürlich weitergehen. Als Nächstes sammeln wir einfache Ideen für selbst gebastelte Adventskalender, Weihnachtsbasteleien und kleine Weihnachtsgeschenke, die Kinder wirklich selbst mitgestalten können.


Ein Kommentar zu “9 Bastelideen im Herbst mit Kindern”
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