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Kreatives Journaling
Journaling muss nicht bedeuten, jeden Abend eine ganze Seite Tagebuch zu schreiben. Manchmal macht es viel mehr Spaß, eine einzelne Seite mit Farben, kleinen Gedanken, Fotos, Listen, Stickern oder Erinnerungsstücken zu gestalten. Genau dafür habe ich zehn kreative Journaling-Ideen gesammelt – manche ganz persönlich, manche verspielt und einige perfekt für Herbst, Winter und den Jahresabschluss.
Bevor du anfängst: Du brauchst erstaunlich wenig
Gerade beim Journaling finde ich es schöner, nicht erst einen halben Bastelladen einzukaufen. Ein schönes Notizbuch und zwei oder drei Materialien, mit denen du wirklich gern arbeitest, reichen für den Anfang vollkommen.
Als Grundlage gefällt mir zum Beispiel dieses Hardcover-Journal* . Darin ist genug Platz für Texte, Listen, kleine Zeichnungen und Collagen – und ein schönes Buch macht zumindest mir auch gleich viel mehr Lust, es tatsächlich zu benutzen.
Für Farbe auf den Seiten eignen sich zum Beispiel die Zebra Mildliner* . Damit lassen sich Überschriften, einzelne Wörter oder kleine Flächen hervorheben, ohne dass gleich die ganze Seite knallbunt wird.
1. Das ABC über mich
Eine wunderbar einfache Journaling-Idee ist ein persönliches ABC. Schreibe die Buchstaben von A bis Z auf deine Seite und suche zu jedem Buchstaben einen Begriff, der gerade zu dir und deinem Leben passt.
Das muss überhaupt nicht besonders tiefgründig sein. A kann für Abenteuer stehen, B für Bücher, C für Cappuccino, M für Meer und Z vielleicht für Zuhause. Gerade die Mischung aus wichtigen Dingen, kleinen Vorlieben und völlig alltäglichen Eigenheiten macht diese Seite später so persönlich.
2. Kleine Notizen an mich selbst
Manchmal braucht man keine langen Texte, sondern nur ein paar Sätze, an die man sich selbst erinnern möchte. Genau daraus kannst du eine kleine „Note to self“-Seite machen.
Schreibe zum Beispiel: „Kleine Schritte zählen“, „Nicht alles muss heute fertig werden“, „Ich darf meine Meinung ändern“ oder etwas ganz Persönliches, das du dir gerade selbst gern häufiger sagen würdest.
Hübsch sieht es aus, wenn die einzelnen Gedanken auf kleinen Papierstücken oder Haftnotizen stehen. Sie dürfen unterschiedlich groß sein und auch ein wenig übereinanderliegen. Es muss überhaupt nicht perfekt und symmetrisch werden.
3. Eine Junk-Journal-Seite gestalten
Beim Junk Journaling darf gesammelt, gerissen, geklebt und kombiniert werden. Fotos, Eintrittskarten, kleine Zettel, Etiketten, schönes Papier oder andere kleine Erinnerungsstücke bekommen dabei einen Platz im Journal.
Ich würde dabei allerdings nicht versuchen, jede freie Stelle mit bereits bedrucktem Papier oder Dekoration zu füllen. Mir gefällt es viel besser, mit einem ruhigen farbigen Hintergrund zu beginnen und darauf einzelne Elemente zu setzen. Das wirkt nicht nur ruhiger – das Gestalten wird dadurch auch wesentlich entspannter.
Ein Stück farbiges Papier* kann zum Beispiel als ruhige Kontrastfläche dienen. Schneide es etwas kleiner zurecht oder reiße die Kanten vorsichtig ab. Darauf kommen ein Foto, ein kleiner Text oder ein Erinnerungsstück.
Anschließend reichen oft schon ein Stück Washi Tape* und ein oder zwei Journaling-Sticker* , um daraus eine richtig schöne Seite zu machen.
Journal-Seite → ruhiges Kontrastpapier → Foto oder Text → etwas Washi Tape → ein oder zwei Sticker. Mehr braucht eine schöne Seite oft gar nicht.
4. Meine Herbst- oder Winter-Leseliste
Gerade im Herbst und Winter stapeln sich bei mir gedanklich immer die Bücher, die ich endlich lesen möchte. Warum daraus nicht eine eigene Journal-Seite machen?
Schreibe deine persönliche Herbst- oder Winter-Leseliste auf und lasse hinter jedem Buch ein bisschen Platz. Später kannst du Sterne vergeben, ein kurzes Fazit ergänzen oder markieren, welches Buch dich besonders überrascht hat.
Die Seite lässt sich mit kleinen gezeichneten Büchern, Blättern, Sternen oder gemütlichen Herbstfarben gestalten. Und wenn du die Liste nicht komplett schaffst? Dann wandern die Bücher eben mit in die nächste Jahreszeit. Ein Journal soll schließlich Spaß machen und keine neue To-do-Liste werden.
5. Meine Farben der Jahreszeit
Diese Journaling-Idee ist perfekt, wenn du gern mit Farben arbeitest. Suche dir vier bis sechs Töne aus, die für dich gerade zum Herbst, Winter oder einfach zu deinem aktuellen Monat gehören.
Vielleicht steht Bordeaux für gemütliche Abende, Gelb für die letzten warmen Sonnenstrahlen, Grün für Spaziergänge und Creme für Ruhe. Male kleine Farbfelder und schreibe daneben, was du persönlich mit der jeweiligen Farbe verbindest.
Für solche kleinen Farbfelder eignen sich die Zebra Mildliner* besonders schön. Die Farben können dabei selbst schon Teil der Gestaltung werden.
Für kleine Zeichnungen und feine Linien
Für feine Linien und kleine Zeichnungen mag ich die Pigma Micron Fineliner* besonders gern. Ich nutze sie selbst auch zum Zeichnen – unter anderem für meinen Inktober. Durch die unterschiedlichen Strichstärken eignen sie sich fürs Journaling genauso gut für kleine Illustrationen wie für Rahmen, Schriften und feine Details.
6. Mein perfekter Herbst- oder Wintertag
Stell dir einen Tag vor, an dem du keine Termine und keine Verpflichtungen hast. Wie würde dein perfekter Herbst- oder Wintertag aussehen?
Was würdest du frühstücken? Wohin würdest du gehen? Welches Buch würdest du lesen? Was gäbe es am Abend zu essen und welchen Film würdest du anschauen?
Du kannst daraus einen kleinen Tagesablauf machen oder einfach einzelne Dinge auf der Seite sammeln. Solche Seiten sind später oft besonders schön anzuschauen, weil sie viel über die kleinen Dinge erzählen, die uns zu einer bestimmten Zeit glücklich gemacht haben.
7. Mein aktueller Lebens-Soundtrack
Welche Lieder hörst du gerade ständig? Welcher Song erinnert dich sofort an einen Menschen, einen Urlaub oder eine ganz bestimmte Zeit?
Schreibe fünf bis zehn Songs auf und ergänze jeweils einen kleinen Satz dazu. Du kannst die Seite wie eine Playlist gestalten, kleine Plattencover zeichnen oder die Songtitel einfach in unterschiedlichen Schriften auf der Seite verteilen.
8. Dinge, die mir gerade guttun
Nicht jede Journal-Seite muss besonders tiefgründig sein oder ein Problem lösen. Manchmal ist es genauso wertvoll, einfach festzuhalten, was sich im Moment gut anfühlt.
Das können Spaziergänge, ein bestimmtes Essen, Musik, ein Lieblingspulli, ein Mensch, zehn Minuten Ruhe, ein Buch oder der erste Kaffee am Morgen sein. Gerade solche scheinbar kleinen Dinge erzählen später oft erstaunlich viel darüber, wie sich eine bestimmte Zeit angefühlt hat.
Wenn du dabei noch etwas mehr Farbe auf die Seite bringen möchtest, kannst du einzelne Notizen oder Papierstücke zum Beispiel mit diesen besonderen Paper Clips* befestigen oder dekorieren. So entsteht etwas Struktur, ohne dass alles festgeklebt werden muss.
9. Ein Brief an mein zukünftiges Ich
Schreibe einen Brief, den du erst in sechs Monaten oder einem Jahr wieder lesen möchtest. Erzähle deinem zukünftigen Ich, was dich gerade beschäftigt, was du dir wünschst, was du verändern möchtest und worüber du dich im Moment freust.
Danach schreibst du ein Datum darüber: „Öffnen am …“. Besonders schön finde ich die Idee, den Brief tatsächlich in einen kleinen Umschlag zu stecken und diesen ins Journal zu kleben oder mit einer hübschen Büroklammer zu befestigen.
10. Mein Jahresabschluss 2026
Silvester ist ein wunderbarer Zeitpunkt für eine besondere Journal-Seite. Dabei muss es gar nicht um die üblichen Neujahrsvorsätze gehen. Viel spannender finde ich die Frage: Was war eigentlich mein Jahr?
Schreibe auf, welcher Moment besonders schön war, was dich überrascht hat, was du gelernt hast und worauf du stolz bist. Und dann darfst du überlegen, was aus 2026 mitkommen darf und was du lieber dort lässt. Vielleicht magst du zum Jahresabschluss auch ein kleines Ritual daraus machen: Schreibe einzelne Wörter, Gedanken oder Sätze auf kleine Zettelchen auf, die du nicht mit ins neue Jahr nehmen möchtest, und verbrenne den Zettel anschließend symbolisch. Bitte auf ausreichenden Feuerschutz achten ;-). Dein Journal kann dir vorher dabei helfen, diese Dinge zu sammeln und bewusst zu überlegen: Was darf aus 2026 bleiben und was möchte ich loslassen?
Kleine Fragen für deinen Jahresabschluss
- Was war mein schönster Moment 2026?
- Was hat mich in diesem Jahr überrascht?
- Was habe ich über mich selbst gelernt?
- Worauf bin ich stolz?
- Was möchte ich nicht mit ins neue Jahr nehmen?
- Was darf bleiben?
- Worauf freue ich mich 2027?
- Was möchte ich im neuen Jahr öfter tun?
Noch persönlicher: Urlaubserinnerungen und eigene Fotos
Gerade bei einem Jahresrückblick, einer Urlaubsseite, Geburtstagen oder besonderen Familienmomenten finde ich echte Fotos im Journal wunderschön. Ein kleiner Schnappschuss kann eine Erinnerung sofort wieder lebendig machen.
Wer sein Journal besonders individuell und persönlich gestalten möchte, für den kann sich deshalb auch die Anschaffung eines kleinen mobilen Fotodruckers* lohnen. Damit kannst du Lieblingsmomente, Urlaubsbilder und kleine Alltagsschnappschüsse direkt für dein Journal ausdrucken.
Und der Drucker ist natürlich nicht nur fürs Journaling praktisch. Kleine Fotos lassen sich auch wunderbar für Geburtstagskarten, Geschenkanhänger, individuelle Geschenkverpackungen, Fotocollagen oder kleine persönliche Mitbringsel verwenden.
Meine kleine Journaling-Grundausstattung
Du musst natürlich nicht alles davon besitzen. Wenn du gerade erst anfängst, reichen ein Journal und ein guter Stift vollkommen. Mit der Zeit kannst du genau die Dinge dazunehmen, die zu deiner Art des Journalings passen.
Du weißt noch nicht, worüber du schreiben möchtest?
Wenn du lieber mit kleinen Schreibimpulsen anfangen möchtest, findest du in meinem Beitrag 30 Journaling-Fragen für Anfänger viele Fragen, mit denen du direkt loslegen kannst.
Das Wichtigste beim Journaling ist für mich ohnehin nicht, dass jede Seite aussieht wie eine perfekte Pinterest-Vorlage. Dein Journal darf bunt sein, schlicht, chaotisch, nachdenklich oder völlig spontan. Manche Seiten brauchen nur einen Stift, andere ein bisschen Papier, Tape und Erinnerungen. Probier einfach aus, worauf du gerade Lust hast – dann wird aus einem leeren Notizbuch nach und nach etwas, das wirklich nur dir gehört.

