Dein Journal, deine Regeln – wie du mit dem Schreiben anfängst

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Alles läuft gleichzeitig – To-Do-Listen, Projekte, Ideen, Termine. Wie zwanzig Browser-Tabs, die auf einmal Lärm machen. Kennst du das? Dieser Moment, wo du einfach merkst: Ich brauch jetzt eine Pause. Wirklich.

Also: Tee kochen. Oder Kaffee – je nach Uhrzeit. Hinsetzen. Durchatmen. Und dann liegt es da, mein Journal, zusammen mit ein paar bunten Stiften, ein bisschen Washi-Tape und dem ganzen kleinen Kleinkram, den ich so liebe. Ich fange einfach an. Ohne Plan.

Das ist übrigens der wichtigste Punkt überhaupt: Du musst nicht wissen, was du reinschreibst. Manchmal sind es zwei, drei Sätze. Manchmal klebt da nur ein Bild, das ich schön fand. Und weißt du was? Das reicht vollkommen. Es gibt kein Richtig beim Journaling – und genau das macht es so befreiend.

Gerade als Mama erlebe ich das täglich: Gedanken bei den Kindern, beim Haushalt, bei der Arbeit – nur selten bei mir selbst. Vielleicht kennst du das ja auch. Genau deshalb ist mein Journal zu einem dieser kleinen, echten Me-Time-Momente geworden. Nichts müssen. Nichts leisten. Einfach kurz rauskommen aus dem Alltag.

Und das Verrückte: Danach fühlt sich der Kopf meistens direkt leichter an. Nicht leer – wir sind keine Maschinen – aber irgendwie sortierter. Ruhiger. Fast so, als hättest du kurz auf Pause gedrückt.


1. Einfach anfangen – egal womit

Ich weiß noch genau, wie ich da saß und dachte: Okay, aber wie fängt man jetzt eigentlich an? Ich hab das so kompliziert gedacht, dabei ist es wirklich das Simpelste der Welt.

Du brauchst kein Talent, kein System und ganz sicher kein teures Notizbuch. Such dir einfach irgendeins raus, das sich gut anfühlt – eins, das du gerne aufschlägst. Das kann ein schönes Journal sein, aber genauso gut eine alte Kladde vom Schreibtisch. Ein normaler Kuli reicht völlig.

Ich hab damals genau so angefangen: alte Kladde, Kuli, null Plan. Irgendwann kam das Washi-Tape dazu – ich hab mich erstmal bei meiner Tochter bedient, lol – und nach und nach noch mehr kleines Zeug. Aber das war kein bewusster Moment, kein „Jetzt starte ich richtig“. Das ist einfach so gewachsen.

Und was schreibst du rein? Nicht zu viel denken. „Heute war ein guter Tag, weil…“ oder einfach „Gerade denke ich an…“ – fertig. Mehr brauchst du am Anfang wirklich nicht.

Und wenn dir gerade gar nicht nach Worten ist? Dann kleb einfach was ein. Ein bisschen Washi-Tape, ein paar Sticker, ein Zettel, den du schön findest. Auch das zählt. Ich sag’s nur ungern, weil es so klischeehaft klingt – aber es stimmt einfach: Es gibt kein Falsch beim Journaling.


2. Journaling ist kein Wettbewerb

Ich weiß nicht, wie’s dir geht – aber ich hab eine Weile gebraucht, um aufzuhören, mir fremde Journal-Seiten anzuschauen und dann auf meine eigenen zu gucken und zu denken: Och nö.

Du kennst das bestimmt. Diese wunderschön gestalteten Bullet-Journal-Seiten auf Pinterest oder Instagram, mit perfekten Handlettering-Überschriften, pastellfarbenen Layouts und Stickern, die alle irgendwie genau zusammenpassen. Sieht toll aus. Macht aber auch irre viel Druck, wenn man gerade mit einer halbvollen Kladde und einem normalen Kuli am Tisch sitzt.

Und genau da möchte ich kurz einhaken: Das, was du auf Social Media siehst, ist die Highlights-Version. Die Seite, die jemand viermal neu gemacht hat, bevor sie fotografiert wurde. Das ist nicht der Alltag, das ist die Bühne.

Dein Journal ist das Backstage. Unfertig, ehrlich, nur für dich. Und das ist nicht die schlechtere Version – das ist die echte..

3. Dein Stil – Deine Seiten

Manche führen ihr Journal super strukturiert – To-Do-Listen, Monatsübersichten, Dankbarkeitsseiten, klassisches Bullet Journal. Andere machen einfach drauf los, mit Farben, Skizzen, Collagen. Beides ist richtig. Beides ist Journaling.

Ich gehör definitiv zur zweiten Sorte. Bei mir ist das ein wildes Sammelsurium aus Gedanken, Ideen, kleinen Erinnerungen und manchmal auch einfach nur Gekritzel. Es muss nichts zusammenpassen, es muss nicht schön sein – es muss sich nur nach dir anfühlen.

Das Coole ist: Mit der Zeit entwickelt sich das ganz von selbst. Du merkst plötzlich, dass du immer zu denselben Farben greifst, dass dich besondere Papierarten total ansprechen. Dass du eher auf schlichte Seiten stehst – oder eben auf dieses volle Scrapbooking-Gefühl mit ganz vielen kleinen Details. Das passiert einfach so.

Ich bin zum Beispiel total schwach für Journals mit Leineneinband und zartem, strukturiertem Papier. Das fühlt sich anders an als ein normales Notizbuch – und man hat gleich viel mehr Lust, die Seiten zu füllen. Aber das ist ein Upgrade, kein Startpunkt.


4. Journaling als Self-Care – und warum das kein Klischee ist

IIch sehe mein Journal mittlerweile wie einen kleinen Raum, den nur ich betrete. Da landet alles drin – Gedanken, Sorgen, Ideen, aber auch die kleinen schönen Dinge, die man sonst einfach wieder vergisst.

Manchmal schreibe ich nur auf, wofür ich gerade dankbar bin. Drei Dinge reichen völlig. Ein gutes Gespräch. Sonne, die auf den Tisch fällt. Mein Lieblingskaffee. Allein das verändert die Stimmung – ich merk’s jedes Mal wieder.

Wenn es mir zu viel wird, nehme ich mein Journal ganz bewusst zur Hand. Nicht um etwas Schönes zu schreiben oder produktiv zu sein. Sondern einfach, um mich zu sortieren. Für mich ist das wie ein Spaziergang im Kopf – langsam, ruhig, ohne Ablenkung. Stift, Papier, ich. Kein Handy, kein Scrollen, kein Input von außen.

Das ist für mich auch Slow Living. Nicht alles optimieren, nicht alles teilen. Sondern sich bewusst Zeit für Dinge nehmen, die nur für dich sind.


5. Analoge Dinge wieder lieben lernen

Es hat einfach was, Dinge mit der Hand zu machen. Dieses Schneiden, Kleben, Schreiben – kleine analoge Momente, die erstaunlich viel Ruhe reinbringen. Gerade wenn sonst alles digital und schnell ist, fühlt sich das fast wie ein stiller Gegenpol an.

Ich hab mir irgendwann eine kleine Journal-Schublade eingerichtet. Da liegt alles drin – bunte Gelstifte, Washi-Tape, ein paar Papierschnipsel, Sticker, Schere, Cutter. Und jedes Mal, wenn ich die aufmache, ist das schon so ein kleines Ritual. Noch bevor ich überhaupt eine Seite angefasst hab.

Und das Schönste? Es bleibt nicht bei mir. Meine Tochter sitzt inzwischen auch total gerne mit am Tisch. Wir machen uns zusammen eine kleine Auszeit – kleben, malen, reden nebenbei. Kein Stress, kein „wir müssen noch…“, einfach ein paar ruhige Minuten zusammen. Daraus wird dann irgendwie mehr als nur Journaling. So ein kleiner Rückzugsort, den du dir selbst schaffst – ganz ohne Druck, aber mit richtig viel Gefühl.


6. Kein Druck, kein Muss

Das sag ich jetzt einmal, dafür aber richtig: Dein Journal wartet auf dich. Es läuft nicht weg, es bewertet dich nicht, es erwartet nichts. Du kannst tagelang nicht reinschauen und einfach weitermachen, wo du aufgehört hast. Keine Erklärung nötig.

Es gibt Tage, da klebst du nur ein Foto rein und dekorierst es mit ein paar Stickern. Kein Text, keine große Aussage – und trotzdem bekommt dieser Moment dadurch irgendwie einen ganz eigenen Wert. Nicht perfekt, aber persönlich. Und genau das macht es aus.

Dein Journal ist am Ende nur für dich. Keine Vergleiche oder Erwartungen. Nur du, ein bisschen Papier und vielleicht ein paar bunte Kleinigkeiten drumherum.

Und genau so darf es sein.


30 Fragen, die dir helfen loszulegen

Wenn dir mal nichts einfällt – kein Problem. Hier sind 30 kleine Denkanstöße für dein Journal. Du musst sie nicht der Reihe nach beantworten, du musst sie nicht mal vollständig beantworten. Einfach eine rauspicken, die sich gerade richtig anfühlt, und loslegen.

  1. Wofür bin ich heute dankbar?
  2. Was hat mich heute zum Lächeln gebracht?
  3. Was würde ich gerne öfter machen?
  4. Wann fühle ich mich völlig bei mir?
  5. Wie sieht ein richtig guter Tag für mich aus?
  6. Was stresst mich – und was hilft dagegen?
  7. Woraus ziehe ich im Moment Energie?
  8. Welche Menschen tun mir gut?
  9. Was möchte ich in Zukunft loslassen?
  10. Welche Routinen machen mich ruhig?
  11. Was inspiriert mich gerade?
  12. Wie sieht Self-Care für mich aus?
  13. Welche Orte geben mir Kraft?
  14. Wann war ich zuletzt richtig stolz?
  15. Was bedeutet Slow Living für mich?
  16. Welche Musik passt zu meiner momentanen Stimmung?
  17. Was möchte ich demnächst ausprobieren?
  18. Welche Worte tun mir gut?
  19. Welche Träume möchte ich wieder aufgreifen?
  20. Welche Erinnerungen machen mich glücklich?
  21. Wie bin ich als Freundin oder Freund?
  22. Was brauche ich heute?
  23. Welche Farbe beschreibt meinen Tag?
  24. Was möchte ich in meinem Leben mehr würdigen?
  25. Welche Angewohnheit könnte ich liebevoll verändern?
  26. Was war der schönste Moment der letzten Woche?
  27. Welche Gedanken möchte ich loswerden?
  28. Was macht mich wirklich zufrieden?
  29. Welche kleinen Dinge machen meinen Alltag schöner?
  30. Was möchte ich festhalten, damit ich es nicht vergesse?

Manchmal reicht’s, sich eine davon rauszupicken und einfach drauflos zu schreiben. Seite für Seite. Ganz ohne Plan – und genau das ist der Punkt. Dein Journal wächst mit dir.

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✦ Kleiner Tipp
Manchmal reicht schon eine kleine Seite
Du musst nicht jeden Tag mehrere Seiten schreiben. Manche Journal-Seiten bestehen nur aus einem kleinen Gedanken, einem Sticker oder einem Stück Washi Tape. Genau das nimmt den Druck raus und macht Journaling zu einem ruhigen Ritual statt zu einer Aufgabe.

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