Dein Journal, deine Regeln – wie du mit dem Schreiben anfängst


Journaling für Anfänger

Dein Journal, deine Regeln: Wie du mit dem Schreiben anfängst

Du möchtest mit Journaling anfangen, sitzt vor der ersten leeren Seite und weißt plötzlich überhaupt nicht, was du schreiben sollst? Genau so ging es mir auch. Dabei brauchst du weder ein kompliziertes System noch perfekte Seiten. Ein bisschen Papier, ein Stift und die Erlaubnis, einfach anzufangen, reichen vollkommen aus.

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Alles läuft gleichzeitig. To Do Listen, Projekte, Ideen und Termine drehen ihre Runden im Kopf und irgendwann kommt dieser Moment, an dem ich einfach merke: Ich brauche eine Pause.

Also Tee kochen. Oder Kaffee, je nach Uhrzeit. Hinsetzen. Und dann liegt es da, mein Journal, zusammen mit ein paar bunten Stiften, etwas Washi Tape und dem ganzen kleinen Kleinkram, den ich so liebe. Ich fange einfach an. Ohne großen Plan und meistens auch ohne zu wissen, was am Ende auf der Seite stehen wird.

Genau das ist für mich inzwischen einer der wichtigsten Punkte beim Journaling. Du musst vorher nicht wissen, was du schreiben möchtest. Manchmal werden daraus mehrere Seiten. Manchmal sind es nur zwei oder drei Sätze und manchmal klebe ich lediglich ein Bild oder einen kleinen Schnipsel ein, den ich schön fand.

Gerade als Mama kenne ich dieses Gefühl gut, dass die Gedanken ständig bei anderen Dingen sind. Bei den Kindern, beim Haushalt, bei der Arbeit und bei allem, was noch erledigt werden muss. Das Journal ist für mich deshalb zu einem kleinen Moment geworden, in dem es einmal nur um mich geht.

Danach ist mein Kopf nicht einfach resettet. Aber meine Gedanken fühlen sich häufig sortierter an und genau deshalb komme ich immer wieder zum Schreiben zurück.

Journaling für Anfänger mit Journal, Stiften und Washi Tape
Ein Journal, ein Stift und ein bisschen Zeit für dich reichen für den Anfang vollkommen aus.

Einfach anfangen, egal womit

Ich weiß noch genau, wie ich da saß und dachte: Okay, aber wie fängt man jetzt eigentlich an? Ich hatte Journaling in meinem Kopf viel komplizierter gemacht, als es sein muss.

Du brauchst dafür kein Talent, kein festes Journaling System und ganz sicher kein teures Notizbuch. Such dir etwas aus, das sich für dich gut anfühlt und das du gerne aufschlägst. Das kann ein schönes Journal sein, aber genauso gut funktioniert eine alte Kladde, die noch irgendwo in einer Schublade liegt.

Ich habe tatsächlich genau so angefangen. Alte Kladde, Kuli und null Plan. Irgendwann kam Washi Tape dazu, wobei ich mich dafür zunächst bei meiner Tochter bedient habe. Später kamen Stifte, Sticker und andere Kleinigkeiten dazu. Es gab aber nie diesen einen Moment, an dem ich beschlossen habe, ab jetzt richtig zu journaln. Das ist einfach gewachsen.

Wenn du vor deiner ersten Seite sitzt, fang mit etwas ganz Einfachem an. Schreib zum Beispiel auf, warum heute ein guter Tag war, was dich gerade beschäftigt oder woran du im Moment häufig denkst.

Und wenn dir überhaupt nicht nach Schreiben ist, klebst du eben etwas ein. Ein bisschen Washi Tape, ein paar Sticker oder ein Stück Papier reichen vollkommen.

Ein schönes Journal kann Lust aufs Schreiben machen

Es ist keine Voraussetzung. Wenn du aber merkst, dass du gerne weitermachen möchtest, kann ein Notizbuch, das du wirklich gerne in die Hand nimmst, erstaunlich motivierend sein.

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Journaling ist kein Wettbewerb

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich habe eine Weile gebraucht, um aufzuhören, mir fremde Journal Seiten anzuschauen und anschließend auf meine eigenen zu gucken und zu denken: Och nö.

Auf Pinterest und Instagram sieht man wunderschöne Bullet Journals, perfekte Handlettering Überschriften, aufeinander abgestimmte Farben und Seiten, bei denen scheinbar jeder Sticker zufällig genau am richtigen Platz gelandet ist. Das kann inspirieren. Es kann aber auch ziemlich viel Druck machen, wenn vor einem selbst gerade eine halbleere Kladde und ein ganz normaler Kuli liegen.

Was wir dort sehen, ist meistens die fertige Seite. Wir sehen nicht unbedingt, wie lange jemand daran gesessen hat oder wie viele andere Seiten nie fotografiert wurden.

Dein Journal muss niemandem gefallen. Es muss sich nur nach dir anfühlen.

Dein Stil, deine Seiten

Manche Menschen führen ihr Journal sehr strukturiert. Sie arbeiten mit Monatsübersichten, Dankbarkeitsseiten, Gewohnheitstrackern und klassischen Bullet Journal Elementen. Andere schreiben einfach drauflos und kombinieren Gedanken mit Farben, Skizzen, Bildern und kleinen Collagen.

Beides ist Journaling. Und alles dazwischen ebenfalls.

Ich gehöre definitiv zur zweiten Sorte. Bei mir entsteht ein Sammelsurium aus Gedanken, Ideen, kleinen Erinnerungen und manchmal einfach nur Gekritzel. Es muss nichts perfekt zusammenpassen.

Mit der Zeit entwickelt sich trotzdem ganz automatisch ein eigener Stil. Vielleicht stellst du irgendwann fest, dass du immer wieder dieselben Farben benutzt. Vielleicht liebst du besondere Papierarten oder merkst, dass dir schlichte Seiten viel besser gefallen als aufwendige Collagen.

Ich bin zum Beispiel ziemlich schwach für Journals mit Leineneinband. Aber auch das ist ein Upgrade und kein Startpunkt.

Kreativ gestaltete Journal Seite mit Papier und Stickern
Mit der Zeit entwickelt sich ganz von selbst ein Stil, der zu dir passt.

Kleine Dinge, die Journaling noch schöner machen

Du brauchst davon nichts zwingend. Wenn du aber gerne kreativ gestaltest, machen ein paar schöne Materialien einfach Spaß.

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Journaling als Self Care

Mein Journal ist mittlerweile wie ein kleiner Raum, den nur ich betrete. Dort landen Gedanken, Sorgen und Ideen, aber auch all die schönen Kleinigkeiten, die im normalen Alltag erstaunlich schnell wieder verschwinden.

Manchmal schreibe ich lediglich drei Dinge auf, für die ich gerade dankbar bin. Das kann ein gutes Gespräch sein, die Sonne, die morgens auf den Tisch fällt, oder mein Lieblingskaffee. Es müssen keine großen Erkenntnisse sein.

Wenn mir alles zu viel wird, nehme ich mein Journal manchmal ganz bewusst zur Hand. Nicht, weil ich produktiv sein möchte und auch nicht, weil anschließend eine besonders schöne Seite entstehen soll. Ich möchte einfach meine Gedanken sortieren.

Für mich gehört genau das auch zu Slow Living. Nicht alles muss optimiert, dokumentiert oder mit anderen geteilt werden. Manche Dinge dürfen einfach nur für einen selbst da sein.

Analoge Dinge wieder lieben lernen

Es hat einfach etwas, Dinge mit der Hand zu machen. Schreiben, schneiden, kleben und Papier anfassen sind kleine analoge Momente in einem Alltag, der an vielen Stellen ziemlich digital geworden ist.

Ich habe mir irgendwann eine kleine Journal Schublade eingerichtet. Dort liegen bunte Gelstifte, Washi Tape, Papierschnipsel, Sticker, Schere und Cutter.

Allein diese Schublade aufzumachen, gehört für mich inzwischen schon ein bisschen zum Ritual.

Und das Schönste daran ist, dass es inzwischen nicht einmal mehr nur mein eigenes Ding ist. Meine Tochter sitzt auch gerne mit am Tisch. Dann kleben wir, malen, probieren Dinge aus und reden nebenbei. Aus dem Journaling wird dadurch manchmal einfach eine gemeinsame kleine Auszeit.

Journaling Materialien mit bunten Stiften, Papier und Washi Tape
Ein paar Lieblingsmaterialien machen aus dem Schreiben schnell ein kleines Ritual.

Kein Druck, kein Muss

Dein Journal wartet auf dich. Es läuft nicht weg, bewertet dich nicht und verlangt auch keine Erklärung dafür, dass du eine Woche lang nichts hineingeschrieben hast.

Es gibt Tage, an denen du vielleicht mehrere Seiten füllst. An anderen klebst du lediglich ein Foto ein und dekorierst es mit einem Sticker. Und manchmal bleibt das Journal eben geschlossen.

Gerade diese Freiheit macht Journaling für mich so angenehm. Es gibt kein Pensum, das du erfüllen musst.

30 Journaling Fragen zum Download

Wenn du vor einer leeren Seite sitzt und dir gerade überhaupt nichts einfällt, habe ich dir meine 30 Fragen als kleine Inspirationsseite zusammengestellt. Du kannst sie speichern, ausdrucken oder einfach immer wieder eine Frage auswählen, die gerade zu dir passt.

30 Journaling Fragen kostenlos herunterladen

30 Journaling Fragen, wenn dir nichts einfällt

Du musst diese Fragen weder der Reihe nach beantworten noch zu jeder Frage eine ganze Seite schreiben. Such dir einfach eine aus, die heute zu dir passt.

  1. Wofür bin ich heute dankbar?
  2. Was hat mich heute zum Lächeln gebracht?
  3. Was würde ich gerne öfter machen?
  4. Wann fühle ich mich völlig bei mir?
  5. Wie sieht ein richtig guter Tag für mich aus?
  6. Was stresst mich und was hilft dagegen?
  7. Woraus ziehe ich im Moment Energie?
  8. Welche Menschen tun mir gut?
  9. Was möchte ich in Zukunft loslassen?
  10. Welche Routinen machen mich ruhig?
  11. Was inspiriert mich gerade?
  12. Wie sieht Self Care für mich aus?
  13. Welche Orte geben mir Kraft?
  14. Wann war ich zuletzt richtig stolz?
  15. Was bedeutet Slow Living für mich?
  16. Welche Musik passt zu meiner momentanen Stimmung?
  17. Was möchte ich demnächst ausprobieren?
  18. Welche Worte tun mir gut?
  19. Welche Träume möchte ich wieder aufgreifen?
  20. Welche Erinnerungen machen mich glücklich?
  21. Wie bin ich als Freundin oder Freund?
  22. Was brauche ich heute?
  23. Welche Farbe beschreibt meinen Tag?
  24. Was möchte ich in meinem Leben mehr würdigen?
  25. Welche Angewohnheit könnte ich liebevoll verändern?
  26. Was war der schönste Moment der letzten Woche?
  27. Welche Gedanken möchte ich loswerden?
  28. Was macht mich wirklich zufrieden?
  29. Welche kleinen Dinge machen meinen Alltag schöner?
  30. Was möchte ich festhalten, damit ich es nicht vergesse?
Ausgefüllte Journaling Seite mit persönlichen Gedanken
Manchmal reicht eine einzige Frage, um ins Schreiben zu kommen.

Meine Lieblingsprodukte rund ums Journaling

Mit der Zeit haben sich bei mir ein paar Dinge angesammelt, die ich beim Journaling besonders gerne benutze. Nichts davon brauchst du, um anzufangen. Wenn du aber genauso viel Freude an Papier, Stiften und kleinen Details hast wie ich, findest du hier ein paar Ideen.

Schönes Journal

Ein stoffverziertes Notizbuch mit schönem Papier für Gedanken, Erinnerungen und kreative Seiten.

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Washi Tape

Für Fotos, Collagen, kleine Akzente oder einfach dann, wenn eine Seite noch ein bisschen Farbe vertragen kann.

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Vintage Papier

Kleine Papiersammlungen und unterschiedliche Muster eignen sich wunderbar für Collagen und Scrapbooking Seiten.

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Farbige Stifte

Für Überschriften, kleine Zeichnungen und Farbakzente mag ich feine Stifte, mit denen man trotzdem ganz normal schreiben kann.

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Scheren und Schneideset

Wenn du gerne Collagen gestaltest, sind Cutter, Lineal und Schneidunterlage praktisch für saubere Kanten und kleine Papierprojekte.

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Journaling anfangen bedeutet nicht, es perfekt machen zu müssen

Vielleicht ist das am Ende die wichtigste Sache, die ich dir aus meiner eigenen Erfahrung mitgeben kann. Mach aus Journaling nicht das nächste Projekt, bei dem du glaubst, alles richtig machen zu müssen.

Du brauchst keine perfekte Morgenroutine, keine sieben verschiedenen Stifte und auch keine Seite, die auf Pinterest bestehen könnte. Du kannst heute mit einem einzigen Satz anfangen.

Und wenn morgen keiner dazukommt, ist das auch in Ordnung.

Manche Journal Seiten bestehen bei mir aus Gedanken, andere aus Bildern, Erinnerungen, Papier und Washi Tape. Genau deshalb mag ich es inzwischen so gerne. Es gibt genug Bereiche im Alltag, in denen Regeln gelten und Dinge erledigt werden müssen.

Dein Journal muss keiner davon sein.

Mein kleiner Tipp zum Schluss

Fang nicht mit dem Vorsatz an, ab heute jeden Tag zu journaln. Fang mit einer Seite an. Schreib einen Gedanken auf, kleb etwas ein oder beantworte eine der 30 Fragen. Wenn du danach Lust auf eine zweite Seite bekommst, kommt sie ganz von allein.

Ein Kommentar zu “Dein Journal, deine Regeln – wie du mit dem Schreiben anfängst”

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