Sensorische Spiele für Kinder: Einfache Ideen ohne Bildschirm die wirklich beschäftigen

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Kennst du diese Nachmittage, an denen irgendwie nichts so richtig funktioniert? Du schlägst etwas vor, holst vielleicht schon Bastelsachen heraus oder baust ein Spiel auf und nach ein paar Minuten ist das Interesse wieder weg. Dein Kind wandert von einer Sache zur nächsten und du merkst, dass eigentlich genug Energie da ist, aber gerade nichts davon wirklich trägt.

Solche Situationen kenne ich als Mama genauso wie aus meiner pädagogischen Arbeit. Und ich habe irgendwann gemerkt, dass die Lösung erstaunlich oft nicht darin liegt, Kindern noch mehr anzubieten. Manchmal hilft es viel mehr, das Angebot kleiner, übersichtlicher und greifbarer zu machen.

Genau deshalb mag ich sensorische Spiele so gern. Sie brauchen häufig erstaunlich wenig Material und geben Kindern trotzdem viel Raum zum Entdecken. Wasser umfüllen, Knete drücken, Eis schmelzen lassen, Geräusche unterscheiden oder verschiedene Oberflächen ertasten klingt zunächst sehr schlicht. Für Kinder steckt darin aber eine ganze Menge.

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Was sind sensorische Spiele eigentlich?

Sensorisches Spiel bedeutet zunächst einmal, dass Kinder ihre Umwelt über ihre Sinne erfahren. Sie fühlen unterschiedliche Materialien, hören Geräusche, beobachten Veränderungen, riechen, bewegen, drücken, schütten und experimentieren. Je nach Spiel sind dabei ein oder mehrere Sinne beteiligt.

Das klingt sehr theoretisch, ist im Kinderalltag aber etwas vollkommen Natürliches. Wenn ein Kind Sand durch die Finger rieseln lässt, Wasser von einem Becher in den anderen gießt oder Knete zwischen den Händen zusammendrückt, sammelt es Informationen über seine Umwelt. Wie fühlt sich etwas an? Was passiert, wenn ich mehr Kraft benutze? Was verändert sich, wenn Wasser dazukommt? Warum bleibt dieses Material liegen, während ein anderes durch meine Finger rutscht?

Dabei muss am Ende nichts entstehen. Genau das finde ich an vielen dieser Spiele so angenehm. Es gibt kein richtiges Bild, das gemalt werden muss, und kein Bastelergebnis, das am Ende genauso aussehen soll wie die Vorlage. Das Kind darf ausprobieren und selbst entscheiden, was mit dem Material passiert.

Du musst dafür nicht erst Sensorik Material kaufen

Wenn du sensorisches Spielen erst einmal ausprobieren möchtest, schau zuerst in deine Küche und in den normalen Spieleschrank. Eine Schüssel, Wasser, ein Schwamm, ein paar Becher, Knete oder trockene Nudeln reichen für viele Ideen vollkommen aus.

Spezielles Zubehör kann später praktisch sein, wenn dein Kind solche Angebote gerne und regelmäßig nutzt. Ich zeige dir deshalb bei den einzelnen Ideen sowohl einfache Möglichkeiten mit Dingen, die wahrscheinlich schon zu Hause sind, als auch Materialien, die ich sinnvoll finde, wenn ihr häufiger damit spielt.

Was Kinder beim sensorischen Spielen lernen können

Sensorische Spiele werden manchmal mit ziemlich großen Versprechen beworben. Dabei brauchen sie das eigentlich gar nicht. Ihr Wert liegt schon darin, dass Kinder selbst tätig werden und dabei Wahrnehmung, Bewegung und Denken miteinander verbinden können.

Beim Umfüllen von Wasser wird beispielsweise nicht nur gefühlt. Das Kind beobachtet Mengen, steuert seine Handbewegungen und erlebt unmittelbar, was durch die eigene Handlung passiert. Beim Kneten arbeiten Hände und Finger kräftig. Beim Sortieren und Ertasten werden Unterschiede wahrgenommen. Beim Bauen entstehen erste Erfahrungen mit Gewicht, Gleichgewicht und räumlichen Beziehungen.

Auch Sprache kann dabei ganz selbstverständlich eine Rolle spielen. Wenn ihr gemeinsam beschreibt, dass etwas rau, weich, kalt, glatt, schwer oder klebrig ist, bekommen Sinneseindrücke nach und nach Worte. Dafür braucht es keine Unterrichtssituation. Solche Begriffe entstehen am besten mitten im gemeinsamen Tun.

Manche Kinder vertiefen sich in ein überschaubares sensorisches Angebot außerdem erstaunlich lange. Das bedeutet aber nicht, dass jedes Sinnesspiel jedes Kind automatisch beruhigt. Kinder reagieren sehr unterschiedlich auf Sinneseindrücke. Während ein Kind begeistert beide Hände in Rasierschaum steckt, möchte ein anderes ihn nicht einmal mit einem Finger berühren. Beides ist völlig in Ordnung.

Sensorische Spiele für Kinder, die sich im Alltag bewährt haben

Für die folgenden Ideen brauchst du keine perfekt vorbereitete Spielecke. Viele davon lassen sich spontan aufbauen und genauso schnell wieder wegräumen. Welche davon dein Kind besonders mag, wirst du meist ziemlich schnell merken.

Sensorisches Spiel muss nicht aufwendig vorbereitet sein. Oft reichen wenige Materialien, damit Kinder selbst ins Entdecken und Ausprobieren kommen.

1. Wasserspiel mit Bechern, Schwämmen und Pipetten

Wasser gehört für mich zu den unkompliziertesten Materialien überhaupt. Schon eine Schüssel mit Wasser und zwei oder drei unterschiedlichen Gefäßen kann reichen. Viele Kinder beginnen ganz von selbst zu schöpfen, zu gießen und herauszufinden, wie sich das Wasser von einem Gefäß in ein anderes befördern lässt.

Dabei passiert viel gleichzeitig. Das Kind sieht die Bewegung des Wassers, hört es plätschern und spürt Temperatur und Nässe auf der Haut. Gleichzeitig muss es seine Bewegungen anpassen, wenn möglichst viel Wasser tatsächlich im nächsten Becher landen soll.

Wenn das einfache Umfüllen irgendwann bekannt ist, kannst du einen Schwamm, einen Waschlappen, einen kleinen Löffel oder eine Pipette dazugeben. Gerade Pipetten sind für kleine Hände zunächst gar nicht so einfach zu bedienen. Sie erfordern Kraftdosierung und eine recht gezielte Bewegung der Finger.

Im Frühling und Sommer würde ich das Wasserspiel einfach nach draußen verlagern. Im Herbst und Winter funktioniert es am Spülbecken, über der Badewanne oder in der Dusche genauso gut. Ein Lernturm ist dafür natürlich kein Muss. Wenn kleinere Kinder aber regelmäßig am Waschbecken oder an der Küchenarbeitsfläche mitmachen, kann er im Alltag sehr praktisch sein.

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Mein Tipp:

Fang wirklich klein an. Zwei Gefäße und ein Schwamm reichen. Wenn dein Kind daraus selbst ein Spiel entwickelt, musst du nicht noch fünf weitere Dinge dazustellen.

2. Eine Fühlkiste zum Schütten, Sortieren und Entdecken

Eine Fühlkiste kann sehr unterschiedlich aussehen. Für den Anfang reichen ein paar verschiedene Schüsseln und ein trockenes Material wie Reis, Nudeln, Mais oder Linsen. Dazu kommen ein kleiner Becher und ein Löffel und schon kann das Spiel beginnen.

Passende Schüsseln ansehen

Häufig entwickelt sich daraus ganz von selbst mehr. Ein Bagger transportiert plötzlich Reis von einer Schüssel zur anderen, kleine Figuren werden darin versteckt oder unterschiedliche Materialien werden sortiert. Genau solche selbst entwickelten Spielideen finde ich besonders schön, weil das Material dann nicht vorgibt, was gespielt werden soll.

Bei kleinen Kindern muss die Auswahl natürlich zum Entwicklungsstand passen. Murmeln, Glasnuggets und andere Kleinteile gehören nicht in eine Fühlkiste für Kinder, die Gegenstände noch in den Mund nehmen. Auch trockene Lebensmittel können verschluckt werden. Deshalb sollte ein solches Angebot bei jüngeren Kindern immer begleitet werden und aus Materialien bestehen, die zum Alter des Kindes passen.

Wenn ihr solche Spiele häufiger macht, kann ein Sensorik Tablett praktisch sein. Ich würde es aber nicht kaufen, bevor überhaupt klar ist, ob dein Kind solche Spiele mag. Eine große Schüssel, ein Backblech oder eine Auflaufform erfüllt für den Einstieg denselben Zweck.

Der Vorteil eines unterteilten Tabletts zeigt sich vor allem bei regelmäßiger Nutzung. Materialien lassen sich voneinander trennen, Werkzeuge bekommen einen festen Platz und ein Teil dessen, was sonst auf dem Boden landen würde, bleibt tatsächlich im Spielbereich.

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Eine einfache Variante mit Farbe:

Reis lässt sich mit etwas Lebensmittelfarbe einfärben. Wenn du ihn verwenden möchtest, lass ihn anschließend vollständig trocknen, bevor dein Kind damit spielt.

Fühlkiste für Kinder zum Schütten, Sortieren und Entdecken
Eine Fühlkiste lässt sich immer wieder verändern. Schon ein Grundmaterial, ein Becher und ein Löffel können reichen, damit daraus eine ganz eigene Spielidee entsteht.

3. Farben mischen und Veränderungen beobachten

Farben zu mischen ist für viele Kinder deshalb so faszinierend, weil die eigene Handlung sofort sichtbar wird. Aus zwei Farben entsteht plötzlich eine dritte und je nachdem, wie viel von einer Farbe dazukommt, sieht das Ergebnis jedes Mal ein wenig anders aus.

Dafür reichen Wasserfarben oder wenige Tropfen Lebensmittelfarbe in Wasser. Besonders schön funktioniert das Experiment auf saugfähigem Papier oder Kaffeefiltern, weil man dort beobachten kann, wie die Farbe wandert und sich ausbreitet.

Auch Filzstifte können dafür genutzt werden. Ein paar farbige Linien auf saugfähigem Papier und etwas Wasser zeigen sehr anschaulich, wie Pigmente verlaufen und sich miteinander verbinden.

Ich würde gerade bei jüngeren Kindern mit zwei Farben beginnen. Wenn gleichzeitig sechs verschiedene Farben auf dem Tisch stehen, entsteht schnell einfach nur Braun. Mit einer kleineren Auswahl lässt sich viel besser beobachten, was tatsächlich passiert.

4. Schaumspiel für Kinder

Schaum bietet eine ganz andere haptische Erfahrung als Wasser, Sand oder Reis. Seifenschaum ist leicht und luftig, während Rasierschaum dichter und cremiger ist. Manche Kinder können sich darin lange vertiefen, andere mögen das Gefühl an den Händen überhaupt nicht.

Wenn du nicht weißt, wie dein Kind darauf reagiert, würde ich mit einer kleinen Menge beginnen und niemals erwarten, dass es sofort mit beiden Händen hineingreift. Ein Löffel, Pinsel oder kleiner Gegenstand kann zunächst eine gute Möglichkeit sein, das Material kennenzulernen, ohne es direkt anfassen zu müssen.

Im Schaum können Figuren versteckt, Wege gezogen oder Spielzeugtiere gewaschen werden. Ein paar Tropfen geeignete Farbe verändern das Material zusätzlich und machen sichtbar, was beim Vermischen passiert.

Ein Sensorik Tablett hält das Ganze etwas besser zusammen. In der Badewanne oder Dusche braucht es das aber überhaupt nicht. Dort kann dein Kind ausprobieren und hinterher lässt sich alles unkompliziert abspülen.

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Wasserspiel für Kinder mit Bechern und verschiedenen Materialien
Wasser ist eines der einfachsten Materialien für sensorisches Spiel. Beim Gießen, Schöpfen, Umfüllen und Schäumen können Kinder ganz nebenbei beobachten, fühlen und ihre Bewegungen immer genauer steuern.

5. Naturmaterialien sammeln, fühlen und sortieren

Sensorisches Spiel muss nicht immer vorbereitet werden. Draußen passiert vieles davon ganz automatisch. Kinder sammeln Steine, Stöcke, Blätter, Kastanien oder Zapfen, vergleichen Formen und Oberflächen und beginnen irgendwann, die Dinge zu sortieren oder miteinander zu kombinieren.

Daraus können Muster entstehen, kleine Landschaften, Wege oder vollkommen eigene Konstruktionen. Ich versuche bei solchen Situationen nicht sofort eine Bastelidee daraus zu machen. Wenn ein Kind gerade zehn unterschiedliche Steine nach einem eigenen System sortiert, ist das bereits eine ziemlich intensive Beschäftigung.

Hier lohnt es sich oft, weniger zu erklären und mehr zu beobachten. Wenn Kinder eine eigene Idee entwickeln, brauchen sie nicht immer noch eine Aufgabe von uns dazu.

Bei jüngeren Kindern solltest du natürlich darauf achten, welche Pflanzen und Naturmaterialien gesammelt werden und ob etwas davon giftig, scharf oder aufgrund seiner Größe zum Verschlucken geeignet ist.

6. Spielen und experimentieren mit Eis

Eis finde ich als Spielmaterial besonders spannend, weil Kinder dabei Veränderung beobachten können, die nicht sofort passiert. Das Material wird kleiner, Wasser entsteht und eingefrorene Gegenstände kommen nach und nach zum Vorschein.

Eine sehr einfache Idee ist deshalb, kleine geeignete Gegenstände oder Naturmaterialien einzufrieren. Beim Spielen versucht das Kind anschließend, sie aus dem Eis zu lösen. Es kann beobachten, fühlen und verschiedene Möglichkeiten ausprobieren.

Unterschiedliche Eiswürfelformen machen das Experiment noch interessanter, weil nicht nur Farben, sondern auch verschiedene Formen entstehen können.

Eiswürfelformen ansehen

Für farbiges Eis gibst du etwas Lebensmittelfarbe ins Wasser. Beim Schmelzen entstehen auf hellem Papier oder draußen auf einer geeigneten Fläche farbige Spuren. Kinder können damit malen und beobachten, wie Farben ineinanderlaufen.

Wenn du verschiedene Schichten nacheinander einfrierst, kommen die einzelnen Farben erst nach und nach zum Vorschein. Gerade an warmen Tagen ist das ein schönes Spiel für draußen.

Was verändert warmes Wasser?

Gib deinem Kind zusätzlich etwas warmes, nicht heißes Wasser und eine Pipette oder einen kleinen Löffel. So kann es selbst ausprobieren, wodurch das Eis schneller schmilzt.

7. Ein Hörmemory selber machen

Sensorisches Spielen findet nicht nur über die Hände statt. Auch Geräusche lassen sich wunderbar zum Ausgangspunkt eines Spiels machen.

Für ein einfaches Hörmemory brauchst du mehrere blickdichte Dosen oder kleine Behälter. Jeweils zwei davon werden mit derselben Menge des gleichen Materials gefüllt. Reis klingt anders als Nudeln, Sand oder kleine Würfel.

Dosen für das Hörmemory ansehen

Anschließend werden die Behälter geschüttelt und die passenden Geräuschpaare gesucht. Für jüngere Kinder würde ich mit wenigen deutlich unterscheidbaren Paaren beginnen. Später können die Unterschiede feiner werden.

Hören lässt sich außerdem gut mit Bewegung verbinden. Ein bestimmtes Geräusch kann bedeuten, dass alle springen, ein anderes, dass alle stehen bleiben. Auch draußen lohnt es sich manchmal, für einen Moment bewusst zuzuhören. Welche Geräusche kommen von weit weg und welche sind direkt neben uns? Was hören wir im Wald, im Garten oder auf dem Weg zur Schule?

8. Licht und transparente Materialien auf dem Leuchttisch

Ein Leuchttisch gehört für mich zu den Dingen, die man nicht für sensorisches Spielen braucht, die aber eine besondere Möglichkeit eröffnen, wenn ein Kind Licht, Farben und visuelle Veränderungen liebt.

Durch die beleuchtete Fläche wirken transparente Materialien anders als auf einem normalen Tisch. Farben leuchten intensiver, Konturen werden deutlich sichtbar und überlagerte Farbtöne lassen sich unmittelbar beobachten.

Besonders schön finde ich dafür durchsichtige Bausteine, farbige transparente Plättchen oder andere lichtdurchlässige Materialien. Auch mit Sand können auf einer geeigneten beleuchteten Fläche Linien und Formen entstehen.

Kinder legen Muster, verschieben einzelne Elemente, bauen und verändern ihre Anordnung immer wieder. Gerade darin liegt für mich der Wert. Der Leuchttisch muss nicht mit einer komplizierten Aufgabe verbunden werden. Das Licht verändert schon die Wahrnehmung des Materials und gibt dadurch einen neuen Spielimpuls.

Aus meiner pädagogischen Arbeit kenne ich auch Kinder, die überschaubare visuelle Angebote sehr angenehm finden und sich lange damit beschäftigen können. Trotzdem würde ich nicht pauschal sagen, dass ein Leuchttisch Kinder beruhigt oder bei bestimmten Schwierigkeiten hilft. Entscheidend ist immer, wie das einzelne Kind auf Licht und andere Sinnesreize reagiert.

Lohnt sich ein Leuchttisch?

Für ein gelegentliches Sinnesspiel würde ich keinen kaufen. Wenn dein Kind aber Licht, Farben, Legematerialien und transparentes Bauen liebt und ihr ihn regelmäßig nutzen könnt, bietet ein Leuchttisch Möglichkeiten, die eine normale Tischfläche so nicht hat. Kleine Glassteine und andere verschluckbare Materialien gehören dabei selbstverständlich nicht in die Hände kleiner Kinder.

Leuchttisch für Kinder mit transparenten Bausteinen und farbigen Materialien
Auf einer beleuchteten Fläche verändern sich Farben und transparente Materialien sichtbar. Gerade Kinder, die gern legen, sortieren und bauen, können hier immer wieder neue Möglichkeiten entdecken.

9. Bauen und Konstruieren

Auch Bauen ist eine sehr körperliche Form des Lernens. Kinder greifen, stapeln, verbinden, drücken und erleben unmittelbar, was stabil bleibt und was wieder umfällt. Dabei sammeln sie Erfahrungen mit Gewicht, Gleichgewicht, Form und Raum.

Dafür braucht es kein bestimmtes Bausystem. Kartons, Becher und kleine Schachteln können genauso interessant sein wie klassische Bausteine. Wenn dein Kind gern konstruiert, können Magnetbausteine, Holzbausteine oder Sensorik Steine das vorhandene Spielmaterial ergänzen.

Material zum Bauen und Konstruieren

Ich würde dabei nicht alle Bausachen gleichzeitig auf den Boden kippen. Gerade wenn ein Kind zwischen vielen Möglichkeiten hin und her springt, kann eine kleinere Auswahl viel angenehmer sein. Wenn später mehr gebraucht wird, lässt sich jederzeit etwas dazuholen.

Kind baut mit Holzklötzen
Beim Bauen mit Holzklötzen können Kinder ausprobieren, stapeln und immer wieder neu konstruieren.

10. Ein Fühlmemory mit unterschiedlichen Oberflächen

Ein Fühlmemory oder Fühlbrett richtet die Aufmerksamkeit ganz bewusst auf den Tastsinn. Du kannst ein solches Spiel fertig kaufen oder mit wenigen Materialien selbst herstellen.

Dafür eignen sich kleine Stücke aus Filz, Stoff, Holz, Gummi, rauem Papier oder anderen Materialien, die sich deutlich voneinander unterscheiden. Für ein Memory brauchst du jede Oberfläche zweimal.

Zunächst dürfen die Materialien einfach betrachtet und ertastet werden. Ihr könnt gemeinsam überlegen, wie sie sich anfühlen. Ist die Oberfläche weich, glatt, rau, hart, kühl oder warm? Später können die Augen geschlossen oder die Karten verdeckt werden und dein Kind versucht, passende Paare nur über das Fühlen zu finden.

Das Spiel lässt sich gut an das Alter anpassen. Für jüngere Kinder reicht das freie Erkunden völlig aus. Größere Kinder können Unterschiede beschreiben, Materialien zuordnen und versuchen, immer ähnlichere Oberflächen voneinander zu unterscheiden.

Fühlmaterial fertig kaufen

11. Knete und Knetsand

Knete ist ein wunderbares Material, weil Kinder unmittelbar spüren, dass ihre Hände etwas verändern können. Sie drücken, rollen, ziehen, teilen und verbinden. Dabei sind Hände und Finger ständig in Bewegung und gleichzeitig kann aus dem Material alles Mögliche entstehen.

Diese Knete ist ungiftig und lässt sich auch von kleineren Händen gut bearbeiten. Wenn bereits Knete bei euch zu Hause liegt, brauchst du natürlich keine neue. Interessanter wird ein bekanntes Material oft schon durch ein paar einfache Ergänzungen wie Ausstechformen, kleine Stöcke oder andere geeignete Werkzeuge.

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Knetsand fühlt sich vollkommen anders an. Er lässt sich zusammendrücken und formen, zerfällt aber anschließend wieder auf seine besondere Weise. Dieser Knetsand ist ein bekannter Klassiker, wenn du diese Art von Material einmal ausprobieren möchtest.

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Auch hier gilt für mich, dass nicht jedes Kind jedes Material mögen muss. Wenn dein Kind klebrige, sandige oder weiche Konsistenzen unangenehm findet, muss es sich nicht daran gewöhnen, indem wir es immer wieder damit konfrontieren. Es gibt genügend andere Möglichkeiten für sensorisches Spiel.

Kind spielt mit Knete als einfache sensorische Beschäftigung
Knete gehört zu den Materialien, die sich immer wieder neu verwenden lassen. Drücken, rollen, teilen und formen verbindet Wahrnehmung mit Bewegung und lässt gleichzeitig viel Raum für eigene Ideen.

Was, wenn mein Kind Matschen überhaupt nicht mag?

Dann würde ich nicht versuchen, das Matschen besonders attraktiv zu machen. Sensorisches Spielen bedeutet nicht automatisch, dass Kinder ihre Hände in Schaum, Sand oder Schleim stecken müssen.

Ein Kind, das solche Materialien nicht gern berührt, kann vielleicht stundenlang bauen, Licht beobachten, Geräusche unterscheiden oder glatte und feste Gegenstände sortieren. Auch beim Wasserspiel können zunächst Werkzeuge benutzt werden, sodass die Hände nicht ständig nass werden.

Für mich ist das ein wichtiger Punkt, weil wir bei solchen Angeboten schnell eine Vorstellung davon entwickeln, wie ein Kind damit spielen sollte. Viel interessanter ist aber die Frage, was das Kind tatsächlich damit macht und ob es sich mit dem Angebot wohlfühlt.

Weniger Material kann das bessere Spiel ergeben

Gerade bei Pinterest sieht man wunderschöne Sensorik Landschaften mit gefärbtem Reis, zwölf Schälchen, Figuren, Zangen, Löffeln, Buchstaben und Dekoration. Das kann toll aussehen und natürlich kann ein Kind daran Freude haben. Für gutes sensorisches Spiel ist dieser Aufwand aber nicht notwendig.

Wenn dein Kind schnell zwischen Dingen wechselt, würde ich sogar bewusst mit weniger beginnen. Eine Schale Reis, zwei Becher und ein Löffel geben einen klaren Rahmen. Erst wenn daraus eine Spielidee entstanden ist, kann etwas Neues dazukommen.

Das gilt auch für gekauftes Spielmaterial. Mehr Auswahl bedeutet nicht automatisch längeres oder kreativeres Spielen. Häufig werden Materialien interessanter, wenn Kinder Gelegenheit bekommen, ihre Möglichkeiten wirklich kennenzulernen.

Sensorische Spiele und Wahrnehmung: Jedes Kind reagiert anders

Wahrnehmung ist individuell. Das merkt man im Familienalltag oft schon an ganz kleinen Dingen. Ein Kind liebt laute Geräusche und Bewegung, während ein anderes schnell genug davon hat. Manche Kinder möchten barfuß durch Sand laufen und andere finden bereits ein einzelnes Sandkorn in der Socke unerträglich.

Deshalb würde ich sensorische Angebote nie danach auswählen, was angeblich für Kinder allgemein besonders gut sein soll. Schau stattdessen darauf, was dein Kind sucht, was es meidet und wobei es sich gern länger beschäftigt.

Wenn ein Angebot offensichtlich zu viel ist, kann man es vereinfachen. Weniger Material, weniger verschiedene Sinneseindrücke und ein übersichtlicher Spielbereich können helfen. Manchmal reicht auch eine Pause und ein ganz anderes Spiel.

Wenn du dir allerdings Sorgen über die Wahrnehmung oder Entwicklung deines Kindes machst oder bestimmte Reaktionen den Alltag deutlich beeinträchtigen, gehört die Einschätzung nicht in die Hände eines Blogartikels. Dann ist eine individuelle fachliche Beratung durch die passenden medizinischen oder therapeutischen Fachpersonen sinnvoll.

Häufige Fragen zu sensorischen Spielen

Ab welchem Alter eignen sich sensorische Spiele?

Sensorische Erfahrungen beginnen schon sehr früh, allerdings muss das Material immer zum Entwicklungsstand des Kindes passen. Bei kleinen Kindern sind vor allem verschluckbare Kleinteile problematisch. Ein einfaches Wasserspiel oder altersgerechte Knete sieht deshalb ganz anders aus als eine Fühlkiste für ein älteres Kind.

Muss ich für sensorisches Spielen besonderes Material kaufen?

Nein. Wasser, Schüsseln, Schwämme, Kartons, Naturmaterialien und viele andere Dinge aus dem Alltag eignen sich bereits hervorragend. Spezielles Zubehör kann sinnvoll sein, wenn dein Kind bestimmte Spiele besonders gern und regelmäßig nutzt.

Fördern Sinnesspiele die Konzentration?

Sensorische Spiele können Situationen schaffen, in denen Kinder ihre Aufmerksamkeit über längere Zeit auf ein Material oder eine Tätigkeit richten. Wie lange ein Kind dabeibleibt, hängt aber vom Kind, vom Entwicklungsstand, vom Interesse und von der jeweiligen Situation ab. Ein bestimmtes Spiel garantiert deshalb keine bessere Konzentration.

Was eignet sich für Kinder, die nicht gern matschen?

Sensorisches Spiel muss überhaupt nicht matschig sein. Bauen, ein Hörmemory, Lichtspiele, Fühlkarten mit trockenen Materialien oder Sortierspiele bieten ebenfalls viele Möglichkeiten, Wahrnehmung und eigenes Experimentieren miteinander zu verbinden.

Welche sensorischen Spiele lassen sich schnell vorbereiten?

Besonders unkompliziert sind Wasserspiele, Knete, eine kleine Fühlkiste und das Bauen mit vorhandenem Material. Du musst daraus kein vorbereitetes Projekt machen. Häufig reicht es, wenige Materialien bereitzulegen und zu schauen, welche Idee dein Kind daraus entwickelt.

Gutes Spiel muss nicht spektakulär aussehen

Genau das ist wahrscheinlich das, was ich an sensorischen Spielen am meisten mag. Sie erinnern mich immer wieder daran, dass Kinder nicht ständig neue Beschäftigungsideen und perfekt vorbereitete Angebote brauchen.

Manchmal ist eine Schüssel Wasser interessanter als ein neues Spielzeug. Aus ein paar Kartons entsteht eine Konstruktion, an der viel länger gebaut wird als erwartet. Ein Stück Knete wird gedrückt, geteilt und wieder zusammengesetzt und plötzlich ist eine halbe Stunde vergangen.

Du kannst Ideen anbieten und Materialien zur Verfügung stellen, aber dein Kind darf daraus sein eigenes Spiel machen. Für mich ist genau das der schönste Teil daran.

Sensorische Spiele für Kinder



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